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05.11.2012

10:11 Uhr

Prognose angehoben

Toyota beim Absatz wieder Nummer eins

GM und VW lässt Toyota beim Absatz wieder hinter sich. Der Nettogewinn im Quartal verdreifacht sich, das stimmt die Japaner für das Gesamtjahr optimistisch. Der Autobauer hebt die Gewinnprognose an.

Ein Toyota Yaris bei einer Automesse in China. Reuters

Ein Toyota Yaris bei einer Automesse in China.

TokioKnapp zwei Jahre nach dem Sturz vom Siegerpodest der internationalen Autoindustrie ist Toyota beim Absatz wieder auf Kurs. Von Januar bis September verkauften die Japaner mit weltweit 7,4 Millionen Fahrzeugen mehr als General Motors oder Volkswagen. Auf dieser Pole-Position könnte Toyota nun Anlauf nehmen, die in Folge einer ganzen Serie von Krisen verlorene Weltmarktkrone zurückzuerobern.

Im zweiten Geschäftsquartal von Juli bis September 2012 trotzte Toyota neuen Rückschlägen in China mit einem brummenden US-Geschäft. Der Autobauer konnte seinen Nettogewinn auf umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro (257,9 Milliarden Yen) mehr als verdreifachen und hob am Montag seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.

Im Oktober steigerte Toyota seinen Absatz auf dem wichtigen US-Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16 Prozent, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Marktanteil von Toyota und dessen Luxusmarke Lexus erhöhte sich damit in den USA um ein Prozent auf 13,9 Prozent.

Toyota war von 2008 bis 2010 beim Absatz Weltmarktprimus, büßte diese Position nach Finanzmarktkrise, imageschädigenden Rückrufaktionen und Naturkatastrophen in Serie aber ein. 2012 hatte sich das japanische Vorzeigeunternehmen gerade von den Folgen des Tsunamis in der Heimat erholt, als die Flutkatastrophe in Thailand erneut zu massiven Produktionseinbußen führte. Doch neue Rückschläge konnte Toyota zuletzt abfedern.

Die größten Autohersteller in China

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 79.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal um satte 25 Prozent zulegen.

Platz 9

Peugeot-Citroën - 100.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen - wenn auch schwächer als die Konkurrenz. Der Absatz legt um neun Prozent zu.

Platz 8

Kia- 120.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 26 Prozent gehören sie zu den erfolgreichsten Volumenherstellern in China.

Platz 7

Ford - 156.000 verkaufte Fahrzeuge

Ein fünftel des Absatzes machen die US-Amerikaner in China. Im Jahresvergleich legten die Verkäufe im Reich der Mitte um 16 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 179.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner sind der wachstumsstärkste Hersteller im Ranking. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um satte 69 Prozent. Die Folgen der Flutkatastrophe scheinen überwunden zu sein.

Platz 5

Hyundai - 188.000 verkaufte Fahrzeuge

Wesentlich schwächer läuft das Geschäft dagegen für die koreanische Konkurrenz. Während Hyundai weltweit stark wächst, legten die Verkäufe in China im Jahresvergleich nur um vier Prozent zu.

Platz 4

Toyota - 231.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im chinesischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Dem eigenen Anspruch wird Toyota mit einem Wachstum von 57 Prozent im zweiten Quartal fast schon wieder gerecht.

Platz 3

Nissan - 344.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch im chinesischen Markt ist ein japanischer Konkurrent sogar noch stärker als Toyota. Weil das Wachstum mit 16 Prozent im Verhältnis schwächer ausfällt, schrumpft der Vorsprung.

Platz 2

Volkswagen - 666.000 verkaufte Fahrzeuge

Für keinen deutschen Hersteller ist der chinesische Markt wichtiger als für VW. Fast ein Drittel der Autoproduktion wird in China verkauft. Mit einem Wachstum von 19 Prozent blasen die Wolfsburger zum Angriff auf die Spitze.

Platz 1

General Motors - 672.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch die Spitzenposition in China können immer noch die US-Amerikaner verteidigen - wenn auch knapp. Mit einem Wachstum von 14 Prozent bleibt der Konzern in China führend.

Die neuesten Hiobsbotschaften kamen aus China, wo die Kunden wegen des Streits der Volksrepublik mit Japan um Inseln im ostchinesischen Meer den Toyota-Autohäusern den Rücken kehrten. Dies bedeute Absatz-Einbußen von 200.000 Fahrzeugen auf dem weltweit größten Automarkt, räumte Toyota am Montag ein. Unter dem Strich müsse der Konzern im Gesamtjahr deshalb auf 30 Milliarden Yen verzichten.

Doch während der heimische Rivale Honda wegen des Boykotts der Chinesen seine Jahresprognose herunterschrauben musste, blickt Toyota optimistischer als bisher in die Zukunft: Das Unternehmen peilt für das Gesamtjahr einen Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro (780 Milliarden Yen) an - 2,6 Prozent mehr, als Toyota bisher in Aussicht gestellt hatte.

Kommentare (4)

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Wagner

05.11.2012, 12:36 Uhr

Toyota, sind das nicht die mit serienmäßigen Rückrufaktionen?

Bankster

05.11.2012, 13:41 Uhr

Genau das sind die die sich um Fehler kümmern und nicht unter dem Teppich kehren und warten bis sich die Autobild meldet :-))

Account gelöscht!

05.11.2012, 18:47 Uhr

Diesen Abstieg hat sich VW ,leider, selbst zuzuschreiben.Insbesondere die Reaktion auf Marktveränderungen die Verkaufsideen erforderlich machen,dauern zu lang.Die Entscheidungskette ist viel zu lang,und wenn man in dieser Kette ein paar Mitarbeiter hat,die am "Beamtensyndrom" leiden ,ist eine späte Entscheidung kostenintensiver wie eine Falsche.Dies geht leider durch viele Abteilungen,da man erst Verantwortung (mit)übernehmen möchte wenn die höchsten Gremien dies befürworten.

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