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29.05.2012

12:56 Uhr

Prognose bekräftigt

Schaeffler erzielt weniger Gewinn

In Nordamerika und Asien wächst die Automobilproduktion, doch in Europa bleibt die Situation angespannt. Das trifft auch Zulieferer Schaeffler. Das Unternehmen macht zwar mehr Umsatz, aber der Gewinn geht deutlich zurück.

Die Zentrale der Schaeffler Gruppe in Herzogenaurach. dapd

Die Zentrale der Schaeffler Gruppe in Herzogenaurach.

MünchenSchlechtere Geschäfte in Europa und hohe Kosten für den Kapazitätsaufbau in Schwellenländern haben den Gewinn beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler schrumpfen lassen. Im ersten Quartal erzielte der Continental -Großaktionär nach Angaben von Dienstag ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 401 Millionen Euro, das sind 15 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Der Umsatz kletterte dagegen in den ersten drei Monaten 2012 um sechs Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. "Auch wenn sich die regionalen Märkte derzeit deutlich unterschiedlich entwickeln, sehen wir weltweit weiter solide Wachstumschancen für unser Geschäft", sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger.

Schaeffler rechnet damit, dass die Automobilproduktion und die Industriesektoren in Nordamerika und Asien weiter wachsen, während die Situation in Europa angespannt bleibt. Im schuldengeplagten Europa schrumpfen die meisten Fahrzeugmärkte, und die Wirtschaft leidet unter der Eurokrise. Bei Schaeffler ging hier der Umsatz im Startquartal zurück. In Nordamerika dagegen zogen die Erlöse kräftig an. Auch im Raum Asien/Pazifik und in Deutschland verbuchte der Konzern aus Herzogenaurach satte Zuwächse.

In China und USA, den beiden weltgrößten Pkw-Märkten, finden Autos nach wie vor reißenden Absatz, und die Industrie erfreut sich guter Geschäfte. Weil viele Fahrzeugbauer von Rekord zu Rekord eilen, profitieren auch die Zulieferer. Beim Reifenhersteller Continental schoss der Überschuss zum Jahresauftakt um fast ein Drittel nach oben. Schaeffler sei im Startquartal sowohl im Automobil- als auch im Industriegeschäft stärker gewachsen als der Markt, hieß es.

Für 2012 strebt die fränkische Firma weiterhin ein Umsatzplus von fünf Prozent an. Im Automobilgeschäft will Schaeffler vor allem in aufstrebenden Märkten wie China und Indien verstärkt produzieren. Die Zahl der Mitarbeiter soll im Jahresverlauf um rund 3500 steigen; Ende 2011 waren es 74.000 weltweit. Konzernchef Geißinger bekräftigte zudem, dass 2012 die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) mehr als 13 Prozent betragen soll. Dies entspräche umgerechnet einem Ebit von rund 1,5 Milliarden Euro.

Im Startquartal ging die Marge von 17,5 auf 14 Prozent zurück. Der Nettogewinn brach fast um die Hälfte ein und lag bei 236 Millionen Euro; im Vorjahresquartal sei aber ein hoher Sondereffekt aus Zinsgeschäften angefallen. Die Nettofinanzschulden beliefen sich Ende März auf rund 7,2 Milliarden Euro. Das Familienunternehmen hatte im Januar seine acht Milliarden Euro Schulden umfinanziert. Dabei sanken die Zinsen. Der Wälzlager-Spezialist war mit der Übernahme des Reifenherstellers und Autozulieferers Continental vor drei Jahren in den Strudel der Finanzkrise geraten

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.08.2012, 19:10 Uhr

Naja weniger Gewinn. In Europa derzeit alles rückläufig. In Asien hat Schaeffler jedoch Umsatz plus 14% und in den USA Umsatz plus 17%. Gesamt Steigerung 6%. Sollte man auch berücksichtigen.

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