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18.04.2013

12:35 Uhr

Prognose gesenkt

SGL Carbon verpatzt Jahresstart

Der Grafitspezialist SGL Carbon legt ein schwaches erstes Quartal hin. Besonders bei der Carbonfasersparte lief es nicht gut, weshalb die Prognose gesenkt wurde. An der Börse wurde die Aktie abgestraft.

Eingang des SGL Carbon-Werks. Der Kohlefaserspezialist hat einen schwachen Jahresstart hingelegt. dpa

Eingang des SGL Carbon-Werks. Der Kohlefaserspezialist hat einen schwachen Jahresstart hingelegt.

FrankfurtVerpatzter Jahresstart beim Grafitspezialisten SGL Carbon: Weil das Geschäft mit Carbonfasern und Spezialgrafiten nicht in Fahrt kommt, kassierte der Wiesbadener Konzern am Donnerstag seine ohnehin schon trübe Jahresprognose. Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Die Unsicherheiten wüchsen, ob sich die Geschäfte im zweiten Halbjahr wieder erholen, teilte der Wiesbadener Konzern überraschend mit. Die SGL-Aktie sackte mehr als sieben Prozent auf 27,82 Euro in den Keller und war damit größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Der Konzern, der unter anderem Grafitelektroden für Stahlhochöfen und Kathoden für die Aluminiumschmelze herstellt, rechnet nun dieses Jahr mit einem 20- bis 25-prozentigen Einbruch des operativen Gewinns (Ebitda). 2012 standen vor Wertberichtigungen 240 Millionen Euro zu Buche. Noch Mitte März hatte Konzernchef Robert Koehler für 2013 von einem erwarteten Rückgang von zehn bis 15 Prozent gesprochen.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

SGL machen momentan die anhaltend schwachen Geschäfte der Carbonfasersparte CFC zu schaffen, die unter anderem unter der Flaute in der Windenergie-Branche und Projekt-Verzögerungen in der Luftfahrtbranche leidet. SGL stellt in dem Segment unter anderem Rotorblätter aus Carbonfasern für Windenergieanlagen her. Zudem liefert SGL Strukturbauteile aus dem Werkstoff für den Flugzeugbau und die Rüstungsindustrie. Zuletzt hatten SGL die Schwierigkeiten des Flugzeugbauers Boeing mit seinem neuem Langstrecken-Jet "Dreamliner" zugesetzt und SGL hohe Wertberichtigungen eingebrockt. Im Grafitmaterial- und Spezialgrafit-Segment GMS bekam SGL die schleppende Nachfrage aus der Solarbranche, sowie von Halbleiter- und LED-Produzenten zu spüren.

Für das erste Quartal erwartet SGL jetzt nur noch einen operativen Gewinn (Ebitda) von 32 bis 35 Millionen Euro. Nähere Einzelheiten zum Geschäft in den Monaten Januar bis März nannte der Konzern nicht. SGL will am 26. April seinen Bericht zum ersten Quartal veröffentlichen.

Bei Analysten kam die Gewinnwarnung nicht gut an. Offensichtlich seien die Geschäfte der Sparten CFC und GMS schlechter gelaufen als bislang erwartet, kommentierte die DZ Bank. Die Aktivitäten im Fasersegment, die der Grund für den hohen Kurs der SGL-Aktie sei, hätten erneut enttäuscht. Die Fasersparte galt bei Anlegern als Zukunftsgeschäft mit hohem Wachstumspotenzial. Denn in vielen Industrien wie der Auto- und der Flugzeugbranche sind Leichtbau-Materialien aus Carbonfasern auf dem Vormarsch und SGL gehört weltweit zu den wenigen Konzernen, die mit dem Werkstoff im industriellen Maßstab arbeiten.

Von

rtr

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