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08.10.2013

14:56 Uhr

Prognose

Weltstahlmarkt auf Wachstumskurs

Die Zeichen für den weltweiten Stahlmarkt stehen auf Wachstum. Nach einem erwarteten Minus bei der Stahlnachfrage in diesem Jahr soll es 2014 auch in Deutschland wieder aufwärts gehen. Doch die Lage bleibt schwierig.

Ein Stahlwerker in Salzgitter. Nach wie vor ist die Situation der deutschen Stahlkocher von hohen Rohstoffkosten geprägt. dpa

Ein Stahlwerker in Salzgitter. Nach wie vor ist die Situation der deutschen Stahlkocher von hohen Rohstoffkosten geprägt.

Düsseldorf/ Sao PauloDie kriselnde Stahlindustrie mit ihren deutschen Branchengrößen ThyssenKrupp und Salzgitter erwartet im kommenden Jahr anziehende Geschäfte. 2014 werde die Nachfrage in Deutschland um drei Prozent zulegen, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Dienstag. Die Hersteller profitierten unter anderem davon, dass die Kunden ihre Lager wieder auffüllten. Dies führe bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu einer leichten Erholung. Im Gesamtjahr 2013 werde die Nachfrage aber 1,6 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die Stahlunternehmen in Deutschland bewegten sich jedoch weiter in einem „außerordentlich schwierigen Marktumfeld“, so Kerkhoff. Die Situation der deutschen Stahlkocher sei weiter von einem intensiven Preiswettbewerb und relativ hohen Rohstoffkosten geprägt. Weltweit sei das Wachstum sehr ungleich verteilt. Während im kommenden Jahr in China ein etwas verlangsamtes Wachstum erwartet werde, stünden die Zeichen in anderen Märkten wie etwa in den USA und der Europäischen Union auf Erholung.

In Europa steckt die Schwerindustrie um Weltmarktführer ArcelorMittal seit über zwei Jahren in der Krise. Die eingebrochene Stahlnachfrage in den krisengeplagten Staaten Südeuropas und Überkapazitäten machen den Unternehmen das Leben schwer. ThyssenKrupp und Salzgitter reagieren mit einem Stellenabbau. ArcelorMittal hat sogar Werke geschlossen. In Europa liegt die Nachfrage derzeit dem Verband zufolge knapp 30 Prozent unter dem Niveau von 2006. In Italien oder Spanien betrage das Minus 50 beziehungsweise 60 Prozent.

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Dabei ist die Nachfrage weltweit sogar gestiegen. Stahl ist jedoch ein regionales Geschäft. Der Transport über weite Strecken lohnt sich wegen der Kosten nicht, so dass ThyssenKrupp und Salzgitter von einer höheren Nachfrage etwa in China kaum profitieren. Dem Weltstahlverband zufolge wird die Nachfrage in diesem Jahr global um 3,1 Prozent auf 1,48 Milliarden Tonnen zulegen. Im kommenden Jahr erwarte die Branche ein Plus von 3,3 Prozent auf 1,52 Milliarden Tonnen, erklärte der Verband auf seiner Jahrestagung im brasilianischen Sao Paulo.

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