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10.01.2005

07:14 Uhr

Prognosen zeichnen positives Bild für 2005 – Fortschritte beim Schuldenabbau

Konzerne in Europa und den USA geht es richtig gut

VonTobias Moerschen (Ulf Sommer; Handelsblatt)

Die europäischen und amerikanischen Unternehmen präsentieren sich in glänzender Verfassung. Die großen börsennotierten Unternehmen haben 2004 so viel verdient wie nie zuvo. 2005 werden sie die Gewinne noch einmal steigern – in Europa um acht, in den USA um durchschnittlich 10 Prozent.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Das zeigen übereinstimmend die Schätzungen der international führenden Finanzanalysehäuser Thomson Financial, Ibes und JCF, die die Prognosen aller großen Investmentbanken auswerten.

„Die Unternehmensgewinne werden nicht mehr ganz so schnell steigen wie im vergangenen Jahr, aber das Gesamtbild bleibt äußerst positiv“, sagte Michael Thompson von Thomson Financial in New York. Die Analystenschätzungen für die Unternehmen im amerikanischen S&P-500-Index deuten auf einen durchschnittlichen Ertragszuwachs von 10 bis 11 Prozent für 2005 gegenüber dem Vorjahr hin. Das liegt über dem Mittelwert der vergangenen 20 Jahre von 9 Prozent. 2004 erlebten die S&P-500-Konzerne einen Gewinnsprung von durchschnittlich 19,1 Prozent. „Das war das höchste Plus seit 1993, und auch von der absoluten Gewinnsumme her haben wir die Boomjahre 1998 und 1999 längst überholt“, sagt Thompson.

Auffällig ist, dass die Unternehmen ihre Schulden stark abgebaut haben. Nach Berechnungen von Tobias Levkovich, US-Chefstratege der Citigroup, betrug die durchschnittliche Verschuldung der S&P-500-Firmen vor fünfzehn Jahren mit 47 Prozent fast die Hälfte ihres Börsenwerts. Inzwischen ist sie auf ein Drittel geschrumpft.

Die 50 größten Firmen in Europa dürften 2005 um 8 Prozent zulegen, signalisieren die Daten von Ibes. „Die stärksten Zuwächse sind bei Industriegüter- und Automobilfirmen zu erwarten“, sagte Carsten Klude von M.M. Warburg. Dazu gehören Siemens, EADS, MAN, VW und Daimler-Chrysler. Für sie wird mit einem Ergebnisplus zwischen 20 (Siemens) und 90 (VW) Prozent gerechnet. Wachstumseinbußen drohen allein dem Energiesektor.

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