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30.10.2014

09:47 Uhr

Proteste nach Rückrufaktionen

Volkswagen in China unter Druck

Das Reich der Mitte ist der wichtigste Markt für Volkswagen. Jeder dritte Wagen wird in China verkauft. Der Rückruf von einer halben Million Autos vor zwei Wochen löst nun Proteste aus. Droht Volkswagen sogar eine Klage?

Nach einer Rückrufaktion von Fahrzeugen hat Volkswagen nun mächtig Probleme. Reuters

Nach einer Rückrufaktion von Fahrzeugen hat Volkswagen nun mächtig Probleme.

ShanghaiSeit Volkswagen vor zwei Wochen in China eine Rückrufaktion für eine halbe Million Autos wegen Problemen mit der Hinterachse gestartet hat, geht unter Kunden die Angst um. Am vergangenen Wochenende protestierten in Shanghai, Shenzhen und einem weiteren Dutzend Metropolen Hunderte Besitzer der betroffenen Modelle Sagitar – einer Jetta-Version – und Beetle vor VW-Händlern. Die Webseite „Zhonggongwang“ des Gewerkschaftsverbandes sprach von dem „möglicherweise größten Protest von Autobesitzern in China“.

Der Sturm überraschte Europas größten Autobauer, der umgehend eine Aufklärungskampagne startete, um besorgte VW-Fahrer zu beruhigen. Es geht um 563.600 Sagitar-Modelle – und knapp 17.500 Beetle. „Es besteht kein Zweifel, dass der Sagitar ein sicheres Auto und die Achse ungefährlich ist“, bemühte sich China-Vorstand Jochem Heizmann vor Journalisten in Shanghai, den Image-Schaden auf dem größten Markt für Volkswagen zu begrenzen. Immerhin verkauft VW jedes dritte Auto weltweit auf dem Wachstumsmarkt in China.

Das Problem, das den Rückruf auslöste, tritt auch nur bei Autos auf, die einen Aufprall erlitten haben, wie Volkswagen versichert. Wird das Fahrzeug nach dem Unfall nicht in die Werkstatt gebracht und gründlich genug untersucht, bleibt der mögliche Defekt an dem Koppellenker - eines der Bauteile, die die Achse führen – unentdeckt. Und genau hier liegt in China das Problem, weil leicht mal oberflächlich repariert wird, wie Experten schildern. Im schlimmsten Fall kann es aber zu einem Bruch kommen, warnt Volkswagen.

Die profitabelsten Autokonzerne der Welt

Platz 10

Fiat-Chrysler - 2,15 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2013

Durch die Fusion mit dem US-Autoriesen retten sich auch die Italiener in die Gewinnzone. Ohne Chrysler stünde unterm Strich ein Verlust von 188 Millionen Euro.

Platz 9

Nissan - 3,28 Milliarden Euro Gewinn

Die Japaner können beim Gewinn wieder leicht zulegen. Unterm Strich steht ein Plus von etwa zwei Prozent.

Platz 8

Ford - 4,2 Milliarden Euro Gewinn

Der operative Gewinn fällt bei Ford etwa sieben Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Dabei haben die Amerikaner mit dem Pickup F-150 das meistverkaufte Auto in den USA in ihren Reihen.

Platz 7

General Motors - 4,68 Milliarden Euro Gewinn

Eine Rückrufserie erschüttert derzeit das Vertrauen der Amerikaner in ihren größten Autokonzern. 2013 war davon noch nichts zu spüren. Der operative Gewinn legt um 13 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 4,87 Milliarden Euro Gewinn

Bei den Japanern sorgt der schwache Yen für Rückenwind im Export. Der operative Gewinn legt um satte 35 Prozent zu.

Platz 5

Hyundai/Kia - 7,16 Milliarden Euro Gewinn

Das koreanische Duo kann beim operativen Gewinn nicht an die Vorjahre anknüpfen. Bei Hyundai sinkt der operative Gewinn um ein Prozent, bei Kia sogar um zehn Prozent.

Platz 4

Daimler - 7,61 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit verpassen die Schwaben das Treppchen nur knapp. Vor allem weil der operative Gewinn bereinigt um den Verkauf der EADS-Aktien um 14 Prozent sinkt.

Platz 3

BMW - 7,99 Milliarden Euro Gewinn

Auch bei den Münchener fällt der operative Gewinn um drei Prozent niedriger aus. Das reich aber immer noch für die Bronzemedaille.

Platz 2

Volkswagen - 11,67 Milliarden Euro Gewinn

Im Zwölf-Marken-Reich des VW-Konzerns geht es auch beim Profit leicht nach vorne. Zwei Prozent Plus stehen markenübergreifend unterm Strich. Für die Spitzenposition reicht das nicht.

Platz 1

Toyota - 16,91 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit kann kein anderer Hersteller den Japanern das Wasser reichen. Im Jahr 2013 steigt der operative Gewinn von Toyota um satte 132 Prozent.

Quelle

Studie von Ernst & Young "Die größten Automobilhersteller weltweit" im April 2014.

Rund 100 Besitzer, die sich nach Unfällen über Probleme mit der Achse beschwerten, haben in China den Stein ins Rollen gebracht. Sie riefen die staatliche Qualitätsaufsicht auf den Plan, die seit August ermittelte und Druck auf Volkswagen ausübte. So kam es zu dem Rückruf, der in der Folge auch eine halbe Million Autos in den USA betrifft, da sich die Aufsichtsbehörden international austauschen. In den USA werden 400.600 Jetta und 41.600 Beetle zurückgerufen.

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