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29.07.2015

15:09 Uhr

PSA Peugeot-Citroën

Adieu Tristesse

VonLukas Bay

Frankreichs größter Autobauer setzt die jüngsten Erfolge fort. PSA Peugeot-Citroën kann sich im ersten Halbjahr aus der strategischen Falle befreien. Ein persönlicher Erfolg für Konzernchef Tavares. Eine Analyse.

PSA-Chef Carlos Tavares hat gut lachen. Erstmals seit 2011 kann der Autobauer im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn erwirtschaften. Reuters

Erfolg für Tavares

PSA-Chef Carlos Tavares hat gut lachen. Erstmals seit 2011 kann der Autobauer im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn erwirtschaften.

DüsseldorfEinen französischen Autobauer zu reformieren ist nicht einfach. Die französischen Gewerkschaften gelten als besonders kampfeslustig und die französische Politik mischt sich gerne ein, wenn es um die größten Konzerne des Landes und ihre Personalpolitik geht. Darum sind die jüngsten Zahlen von PSA Peugeot/Citroën umso bemerkenswerter. Sie sind ein Befreiungsschlag.

Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Tristesse in Frankreich kann Europas zweitgrößter Autobauer im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn von 541 Millionen Euro einfahren, zuletzt gelang das 2011. Operativ sieht es noch besser aus: In den ersten sechs Monaten steht ein Betriebsgewinn von 1,47 Milliarden Euro – dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum und das, obwohl der Absatz nur schwach zugelegt hat.

Das zeigt: Die Marge, die PSA mit jedem Auto erwirtschaftet, stimmt wieder. Die operative Rendite lag im ersten Halbjahr mit 4,9 Prozent deutlich über dem selbst ausgegebenen Ziel von zwei Prozent. PSA verkauft seine Autos zu besseren Preisen und profitiert von gesunkenen Fixkosten.

Für PSA-Chef Carlos Tavares ist das Halbjahresergebnis auch ein persönlicher Erfolg. Der Manager, der von Konkurrent Renault zu PSA gewechselt war, musste schon kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 erfahren, wie schwierig es ist, einen französischen Autobauer umzubauen. Immer wieder protestierten die Arbeiter auch mit Gewalt gegen den Sparkurs, den sein Vorgänger Philippe Varin eingeleitet hatte. Vor dem Autosalon in Paris im Jahr 2014 mussten die Protestler von der Polizei sogar mit Tränengas gestoppt werden.

Denn bei den Franzosen herrschte damals noch absolute Tristesse. Der Heimatmarkt schwächelte. Innerhalb von fünf Jahren hatte PSA sieben Milliarden Euro Verlust eingefahren. Vor allem, weil die Franzosen strategisch in der Klemme steckten: Im europäischen Volumensegment erhöhten osteuropäische und asiatische Konkurrenten wie Skoda, Hyundai und Nissan den Preisdruck. Eine eigene renditestarke Premiummarke fehlte. Und in den Wachstumsmärkten spielte PSA nur eine Nebenrolle.

Tavares setzte darum nicht nur den Sparkurs seines Vorgängers fort, sondern auch Akzente. Sein Programm für die Wende taufte er „Back in the race“ („Zurück im Rennen“). Denn tatsächlich wirkte es, als sei PSA von der Piste abgekommen. 

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