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02.07.2012

13:14 Uhr

Q-Cells

Keine Entlassungen geplant

Die 1300 Mitarbeiter des insolventen Solarkonzerns Q-Cells können aufatmen, Entlassungen sind dank des florierenden Geschäfts nicht geplant. Derweil ist die Suche nach einem Investor in die nächste Phase gegangen.

Investoren nehmen die Bücher von Q-Cells unter die Lupe. dapd

Investoren nehmen die Bücher von Q-Cells unter die Lupe.

DüsseldorfDie 1300 Mitarbeiter des zusammengebrochenen Solarkonzerns Q-Cells im ostdeutschen Bitterfeld-Wolfen können fürs Erste aufatmen: Entlassungen sind auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Juli derzeit nicht geplant, wie Insolvenzverwalter Henning Schorich am Montag mitteilte. Als Grund nannte er eine "zufriedenstellende" Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Schorich hatte bereits mitgeteilt, die Modulproduktion laufe auf vollen Touren, die Zellenfertigung auf 50 Prozent.

Die drohenden Subventionskürzungen in Deutschland und anderen wichtigen Märkten hatten die Nachfrage zuletzt wieder angekurbelt. Experten rechnen in diesem Jahr allein in Deutschland mit einer neuinstallierten Solarleistung von mindestens 4000 Megawatt (MW), in den ersten vier Monaten waren es allerdings bereits 2300 MW - drei Mal mehr als vor Jahresfrist.

Allein der Energieriese RWE will einem Medienbericht zufolge bis zum Jahresende auf Dächern von Möbelhäusern, Lebensmittelhändlern und Speditionen 1000 MW installieren. 2011 waren in Deutschland rund 7500 MW auf Dächer und Felder geschraubt worden - ein Rekordzubau, den die Regierung durch Förderkürzungen eindämmen will.

Der Insolvenzverwalter teilte zudem mit, die Suche nach einem finanzstarken Investor sei in die nächste Phase gegangen. Eine Reihe von Interessenten nähmen derzeit die Bücher unter die Lupe. Parallel dazu werde aber weiter die Option geprüft, das Unternehmen aus eigener Kraft zu sanieren. Entscheidend sei, welcher Weg eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger und eine Fortführung des Unternehmens ermögliche.

Q-Cells mit seinen insgesamt rund 2300 Mitarbeitern musste Anfang April dem Preiskampf in der Branche Tribut zollen und Insolvenz anmelden. Danach geriet der einst weltgrößte Solarkonzern ins Visier mehrerer Investoren aus dem In- und Ausland. Zuletzt hatte die südkoreanische Hanwha -Gruppe mit ihrer chinesischen Solar-Tochter Hanwha SolarOne ihr Interesse an einer Übernahme bekundet.

Q-Cells wollte sich ursprünglich unter anderem dadurch sanieren, dass Anleihe-Gläubiger dem Unternehmen einen Zahlungsaufschub gewähren und auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollten. Gegen diesen Plan hatte ein Q-Cells-Gläubiger Klage beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt eingereicht. Dasselbe Gericht hatte zuvor bereits die Sanierungspläne des Holzverarbeiters Pfleiderer gekippt, der ähnlich wie bei Q-Cells unter anderem den Verzicht der Anleihegläubiger auf ihre Ansprüche vorsahen. Nach dem abschlägigen Gerichtsurteil musste Pfleiderer Insolvenz anmelden.

Von

rtr

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