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30.03.2016

09:30 Uhr

Qiagen kauft Exiqon

Biotechkonzern setzt Expansionskurs fort

VonSiegfried Hofmann

Qiagen will die dänische Biotechfirma Exiqon für knapp 90 Millionen Euro übernehmen. Das passt zu der Expansionsstrategie des deutschen Konzerns: Firmenchef Peer Schatz steht unter Druck, das Wachstum zu beschleunigen.

Das Biotechunternehmen kauft den Wettbewerber Exiqon aus Dänemark. dpa

Qiagen

Das Biotechunternehmen kauft den Wettbewerber Exiqon aus Dänemark.

FrankfurtMit einem weiteren Zukauf will die Qiagen-Gruppe ihre Expansion fortsetzen. Das Biotech- und Diagnostikunternehmen hat dazu ein Übernahmeangebot im Volumen von rund 100 Millionen Dollar (knapp 90 Millionen Euro) für die börsennotierte dänische Biotechfirma Exiqon angekündigt.

Exiqon ist ein Spezialist für die Analyse von RNA-Molekülen, die eine wichtige Rolle für die Funktion von Zellen spielen und daher auch in der Diagnostik an Bedeutung gewinnen. Qiagen zielt damit offenbar darauf, das eigene Programm im Bereich der Gen-Analyse weiter zu verbreitern und zu ergänzen.

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Qiagen erreicht nur das untere Ende seiner Gewinnprognose - dabei hatte das Biotechunternehmen die Ziele bereits vorab gesenkt. Schuld an den schlechten Zahlen war unter anderem der starke Dollar.

Exiqon erzielte zuletzt einen Umsatz von umgerechnet rund 24 Millionen Dollar, wächst derzeit mit einer Rate von etwa 20 Prozent pro Jahr und schrieb 2015 erstmals schwarze Zahlen. Den Aktionären des dänischen Unternehmens bietet Qiagen 18 dänische Kronen je Aktie und damit einen Aufschlag von knapp 42 Prozent gegenüber dem letzten Kurs. Die Offerte steht unter dem Vorbehalt, dass mindestens 90 Prozent der ausstehenden Aktien angeboten werden. Wird diese Bedingung erfüllt, will Qiagen Exiqon anschließend von der Börse nehmen.

Bei Qiagen fügt sich die geplante Übernahme in die bisherige Expansionsstrategie, die immer wieder kleinere bis mittelgroße Zukäufe umfasst. Insgesamt hat der Konzern in den letzten fünf Jahren rund eine Milliarde Dollar in solche Akquisitionen investiert, darunter zuletzt etwa die US-Firma MO Bio Laboratories. Firmenchef Peer Schatz hatte jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt bereits weitere technologieorientierte Deals in Aussicht gestellt. Man strebe dabei aber keine Megamerger an, so Schatz.

Der Biotech-Konzern mit Hauptsitz in Hilden bei Düsseldorf erzielte im vergangenen Jahr knapp 1,3 Milliarden Dollar Umsatz und einen freien Cashflow von rund 200 Millionen Dollar. Er verfügt finanziell daher über einigen Spielraum für solche kleineren Übernahmen.

Allerdings steht er auch unter gewissem Druck, sein Wachstum zu beschleunigen, nachdem 2015 in dieser Hinsicht mit einem währungsbereinigten Plus von nur drei Prozent eher enttäuschend verlief. Im wichtigen Diagnostikgeschäft, das etwa die Hälfte zum Gesamtumsatz beisteuert, hatte Qiagen zuletzt Marktanteile verloren. Darüber hinaus ist das Unternehmen ein wichtiger Zulieferer für Forschungslabore an Universitäten und Pharmafirmen.

Firmenchef Schatz hat allerdings für 2016 bereits ein beschleunigtes Wachstum von rund sechs Prozent angekündigt. Unter anderem setzt Qiagen dabei auf neue Sequenziertechniken für die schnellere Analyse von Genen und kompletten Genomen. Der geplante Zukauf in Dänemark soll das Wachstum nun zusätzlich beschleunigen.

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