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17.10.2013

12:48 Uhr

Quartalsbericht

Agrochemiekonzern Syngenta senkt Gewinnerwartung

Der Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta rudert zurück und setzt für dieses Jahr neue Gewinnziele. Währungsschwankungen machen dem Unternehmen derzeit zu schaffen. Auch die Konkurrenz schwächelt.

Logo des Chemiekonzerns Syngenta vor der Hauptzentrale in der Schweiz. Der Konzern muss sein Gewinnziel neu ausrichten, weil ungünstige Wechselkurse das Unternehmen belasten. dapd

Logo des Chemiekonzerns Syngenta vor der Hauptzentrale in der Schweiz. Der Konzern muss sein Gewinnziel neu ausrichten, weil ungünstige Wechselkurse das Unternehmen belasten.

FrankfurtDer Agrochemiekonzern Syngenta verabschiedet sich von seinem Gewinnziel: Abschreibungen auf Vorräte und ungünstige Wechselkurse machen dem Baseler Branchenführer zu schaffen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Trotz eines guten Starts in die Pflanzsaison in Lateinamerika rechnet Syngenta daher nicht mehr mit steigenden Gewinnen in diesem Jahr.

Das Ergebnis 2013 hänge von der weiteren Entwicklung in Lateinamerika ab, sagte Konzernchef Mike Mack. „Aber zum jetzigen Zeitpunkt erwarten wir, dass der Gewinn pro Aktie in der Nähe des zugrunde liegenden Geschäfts des Vorjahres liegt.“ Bislang hatte Syngenta einen Zuwachs angepeilt, 2012 standen 19,70 Dollar je Aktie zu Buche. An dem Ziel, beim Umsatz die Rekordmarke von 14,2 Milliarden Dollar aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen, hielt Syngenta aber fest.

Die Syngenta-Aktien stiegen an der Börse 1,5 Prozent. Das Unternehmen habe die Märkte zuletzt schon auf eine zurückhaltendere Gewinnprognose vorbereitet. Daher halte sich die negative Überraschung in Grenzen, kommentierten die Analysten der Notenstein Privatbank.

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Der Quartalsbericht wurde überschattet von der Ankündigung, in diesem Jahr 170 Millionen Dollar auf Vorräte in den USA abzuschreiben. „Wir haben mehr Maissaatgut produziert als wir planen, 2014 zu verkaufen, daher sind wir vorsichtig und haben Vorsorge getroffen“, sagte Finanzchef John Ramsey zu Reuters. Syngenta will damit sein Inventar dem geschätzten Umsatz in der kommenden Saison anpassen. Auch Währungsschwankungen setzten dem Konzern zu - vor allem in den Schwellenländern. Syngenta erzielt Ramsey zufolge dort mittlerweile rund 50 Prozent seiner Umsätze.

Lichtblick für Syngenta war bisher die Pflanzsaison in Lateinamerika. Vor allem die Geschäfte mit Sojasaatgut im Schlüsselmarkt Brasilien stachen heraus. Syngenta rechnet dort mit einem Rekordanbau von Soja. In Lateinamerika kletterten die Verkaufserlöse im dritten Quartal wechselkursbereinigt um 17 Prozent, in Brasilien um 25 Prozent. Insgesamt setzte Syngenta im dritten Quartal 2,92 Milliarden Dollar um - ein Plus von acht Prozent. Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg elf Prozent.

Erst Anfang Oktober hatte der US-Rivale Monsanto mit seinen Quartalszahlen für eine herbe Enttäuschung gesorgt. Der Konzern aus St. Louis weitete im vierten Geschäftsquartal den Verlust auf 249 Millionen Dollar aus nach einem Minus von 229 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Dem weltgrößten Hersteller von Gennutzpflanzen machten unter anderem sinkende Umsätze im Kerngeschäft mit Mais- und Sojasaatgut zu schaffen. Die Gewinnprognose von Monsanto-Chef Hugh Grant für das neue Geschäftsjahr 2013/14 (Ende August) lag zudem unter den Erwartungen der Analysten. Wie sich die Agrochemiesparte CropScience von Bayer im Sommerquartal geschlagen hat, dürfte sich am 31. Oktober zeigen. Dann will das Leverkusener Unternehmen seine Quartalszahlen vorlegen.

Von

rtr

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