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18.01.2007

08:56 Uhr

Quartalsbilanz

Bei Novartis hätte es etwas mehr sein dürfen

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat zwar im vierten Quartal mehr verdient – nicht zuletzt durch Zukäufe –, blieb in Teilen aber unter den Erwartungen der Analysten. Im laufenden Jahr will das Unternehmen neue Rekordmarken bei Umsatz und Gewinn setzen.

HB BASEL. Das operative Quartalsergebnis verbesserte sich um 23 Prozent auf 1,824 Mrd. Dollar, teilte der Konzern am Donnerstag vor Börseneröffnung in Basel mit. Analysten hatten aber im Schnitt mit einem Anstieg auf 2,046 Mrd. Dollar gerechnet. Unter dem Strich verdiente Novartis 1,663 Mrd. Dollar nach 1,352 Mrd. Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Angetrieben vom Umsatzanstieg wichtiger Medikamente kletterte der Erlös im Schlussquartal 2006 in lokalen Währungen um 12 Prozent auf 10,053 Mrd. Dollar. Hier übertraf Konzernchef Daniel Vasella die Erwartungen des Marktes in Höhe von 9,834 Mrd. Dollar. Für 2006 will Novartis die Dividende um 17 Prozent auf 1,35 Schweizer Franken pro Aktie anheben.

Novartis rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit weiteren Rekordwerten sowohl beim Nettoumsatz als auch beim Gewinn. Auf Konzernebene wird 2007 ein währungsbereinigtes Nettoumsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für die Division Pharmaceuticals sagt Novartis ein Nettoumsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich voraus. „Alle Divisionen haben sehr gute Ergebnisse vorzuweisen – allen voran Pharmaceuticals“, wird Konzernchef Daniel Vasella in der Mitteilung zitiert. „Ich hege auch große Erwartungen in Bezug auf das weitere dynamische Wachstum unserer neuen Division Vaccines and Diagnostics.“

2007/2008 setzt Novartis auf zahlreiche Neueinführungen, darunter Tekturna/Rasilez gegen Bluthochdruck und Galvus gegen Diabetes sowie Lucentis gegen Erblinden. Bei Galvus und Tekturna hatte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Prüfungszeit verlängert, um nachträglich eingegangene Studiendaten prüfen zu können. Analysten messen sowohl Galvus wie auch Tekturna Blockbuster-Potenzial bei, also einen weltweiten Jahresumsatz von 1 Mrd. Dollar oder mehr.

Im vierten Quartal profitierte Novartis nach eigenen Angaben insbesondere von der Pharmasparte, da viele der meistverkauften Produkte der Sparte zweistellige Zuwächse des Nettoumsatzes erzielten. In der Generikasparte seien die Preissenkungen in Deutschland durch Volumensteigerungen der vor kurzem eingeführten Produkte mehr als wettgemacht worden. Die viel beachtete operative Marge für die Gruppe stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 22,1 Prozent.

Die drei umsatzstärksten Produkte von Novartis – die beiden Blutdrucksenker Diovan und Lotrel sowie das Leukämiemedikament Glivec – haben sich im Geschäftsjahr 2006 positiv entwickelt und zusammen über 8 Mrd. Dollar zum Gruppenumsatz beigetragen. In der Sparte Vaccines and Diagnostics profitierte der Konzern nach eigenen Angaben von der Zunahme der Grippeimpfstoff-Lieferungen. Die Sparte wurde mit der Übernahme des Biotech-Konzerns Chiron im April 2006 gebildet. Der Chiron-Kauf belastete das Konzernergebnis 2006 mit 541 Mill. Dollar, teilte Novartis weiter mit.

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