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02.05.2013

09:24 Uhr

Quartalsbilanz

Gewinn von BMW schrumpft

Trotz eines Rekordabsatzes zum Jahresauftakt sinken Umsatz und Gewinn des Münchener Premiumherstellers. Im Kernsegment Automobile bricht das Vorsteuerergebnis sogar um 15,9 Prozent ein. Schuld ist der harte Wettbewerb.

Gewinn gedrückt: Der Autobauer BMW spürt die harte Konkurrenz. dpa

Gewinn gedrückt: Der Autobauer BMW spürt die harte Konkurrenz.

MünchenDie Autokrise in Europa nagt auch beim erfolgsverwöhnten Oberklasse-Konzern BMW am Gewinn. In den ersten drei Monaten dieses Jahres fuhren die Münchner einen Vorsteuergewinn von zwei Milliarden Euro ein, das sind 3,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist, aber mehr als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn schrumpfte um drei Prozent auf 1,312 Milliarden Euro.

Rasche Besserung ist nicht in Sicht, wie Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag in München sagte: „Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben.“

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

BMW konnte wie die Konkurrenten Audi und Mercedes bislang Rückgänge in Europa locker in den wachsenden Automärkten China und USA wettmachen. Alle drei Hersteller vermeldeten zuletzt Absatzrekorde. Die Münchner verkauften im Startquartal rund um den Globus 448.200 Fahrzeuge ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, das ist ein Plus von 5,3 Prozent. Doch die Dauerkrise in Europa macht auch den Oberklasse-Konzernen immer stärker zu schaffen, denn auf dem Heimatkontinent verkaufen sie rund die Hälfte ihrer Wagen.

Bei BMW brach im Kernsegment Automobile das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal um 15,9 Prozent auf 1,582 Milliarden Euro ein. Die Kosten für neue Technologien seien hoch, und der Wettbewerb hart, argumentierte BMW. Der Umsatz ging im Hauptsegment um 1,6 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zurück. Die operative Rendite belief sich auf 9,9 Prozent. Damit lag BMW hinter der Ingolstädter VW-Tochter Audi, die in den ersten drei Monaten auf 11,1 Prozent kam. Die Oberklasse-Marke Mercedes aus dem Hause Daimler landete mit 3,3 Prozent abgeschlagen auf Platz 3.

Bei den Verkaufszahlen wollen die beiden Rivalen in den nächsten Jahren BMW den begehrten Spitzenplatz im Premiumsegment entreißen. Die Münchner bekräftigten unterdessen, auch 2013 den Absatz weiter steigern zu wollen. Dazu sollen elf neue Modelle beitragen, darunter das kleine Elektroauto i3. Beim Gewinn wird BMW in diesem Jahr auf der Stelle treten.

Reithofer wiederholte, es sei ein Konzernergebnis vor Steuern „in der Größenordnung des Jahres 2012“ angestrebt. Vor ein paar Monaten hatte BMW noch ein Gewinnplus in Aussicht gestellt, angesichts der schwierigen Marktlage in Europa zu Jahresbeginn war aber die Vorsicht gewachsen. Die Pkw-Märkte in Europa sind seit 18 Monaten auf Talfahrt. In der Autosparte soll die Ebit-Marge zwischen acht und zehn Prozent liegen.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Wisstihrdasnicht

02.05.2013, 08:45 Uhr

Autohersteller wie BMW verdienen primär ihr Geld durch Zocken an der Börse und Schulden machen.
Der Gewinn pro Fahrzeug, sofern es denn regulär verkauft wird, ist sehr gering.

Account gelöscht!

02.05.2013, 09:15 Uhr

Bei 23& Eigenkapitalquote würde man beim Mittelständler schon "ohohoh" sagen und die Bank würde Angst um ihre Kreditlinie kriegen.
Ich mag die Autos, aber das Management kann ich nicht verstehen. Ein mittelstarke Rezession und die Eigenkapitalquote wird schneller zum Problem, als man "Freude am Fahren" sagen kann.

Account gelöscht!

02.05.2013, 09:54 Uhr

Einfach mal vergleichen wie lange man vor 20 oder gar 30 Jahren für einen BMW, Arbeit leisten musste und wie das heute so ist. Früher (ich erinnere mich) konnte man sich einen BMW mit etwas fleiss als Normalbürger einfach absparen und dann ohne KRedit und Co. kaufen.

Und heute? Lassen wir das....Ein guter schnittiger BMW kommt bald einer Eigentumswohnung gleich. Für Normalsterbliche nicht mehr zu finanzieren. Sparen? LOL!!!

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