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30.01.2013

16:37 Uhr

Quartalsergebnis

Dreamliner-Panne lässt Boeing nicht los

Die Boeing-Jets des Typs 787 bleiben weiter am Boden. Dennoch will der Konzern 60 weitere Exemplare in diesem Jahr ausliefern. Konkurrent Airbus hat Boeing überholt, der Umsatz stieg 2012 – und soll weiter zulegen.

Eine Boeing 737-800 im neuen Design der Fluggesellschaft American Airlines. AFP

Eine Boeing 737-800 im neuen Design der Fluggesellschaft American Airlines.

ChicagoDer US-Flugzeughersteller Boeing hält trotz der Probleme mit dem Passagierjet 787 Dreamliner an seinen Wachstumsplänen fest. Nachdem der Rivale des europäischen Airbus-Konzerns 2012 eine Umsatzsteigerung von fast 20 Prozent eingefahren hat, sollen die Verkäufe auch im laufenden Jahr weiter anziehen. Dazu seien auch mehr als 60 Auslieferungen des Dreamliners geplant, erklärte Boeing am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresabschlusses in Chicago.

„Unsere größte Aufgaben ist es, die Batterieprobleme beim 787 zu lösen und die Flugzeuge wieder sicher in den Flugbetrieb zu bringen“, sagte Vorstandschef Jim McNerney. Die Produktion gehe weiter, die Auslieferungen seien aber weiter gestoppt.

Größte Dreamliner-Flotten (Stand: Ende 2012)

All Nippon Airways

17 Maschinen im Dienst

weitere 49 bestellt

Japan Airlines

7 Maschinen im Dienst

weiter 38 Maschinen bestellt

United Airlines

6 Maschinen im Dienst

weitere 36 Maschinen bestellt

Air India

5 Maschinen im Dienst

weitere 22 Maschinen bestellt

Qatar Airways

5 Maschinen im Dienst

weitere 25 Maschinen bestellt

Ethiopian Airways

4 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

LAN Airlines

3 Maschinen im Dienst

weitere 23 Maschinen bestellt

LOT (Polen)

2 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

Weltweit müssen alle Dreamliner derzeit am Boden bleiben, weil die Behörden nach Brandproblemen mit der Batterie ein Flugverbot verhängt hatten. Mit deutlichen Einbußen deswegen rechnet der Konzern in diesem Jahr aber nicht. Fluggesellschaften prüfen derzeit, ob sie Schadenersatz-Forderungen erheben können. Um die genauen Auswirkungen abzuschätzen, sei es noch zu früh, sagte Analyst Ken Herbert von Imperial Capital.

Boeing hat einen Auftragsbestand in Rekordhöhe von fast 4400 Flugzeugen im Gesamtwert von 319 Milliarden Dollar angesammelt. Im vierten Quartal wurden unter dem Strich 394 Bestellungen verbucht. Analyst Herbert sagte, vor allem eine höhere Gewinnspanne bei den Verkehrsflugzeugen habe für den unerwartet hohen Gewinn gesorgt. Der Überschuss je Aktie im Quartal sank zwar bereinigt auf 1,28 Dollar. Analysten hatten aber nur mit 1,19 Dollar gerechnet. Allerdings enttäuschte das in Aussicht gestellte Ergebnis von 5,00 bis 5,20 Dollar für das Gesamtjahr einzelne Analysten. Der Umsatz kletterte deutlich um 14 Prozent auf 22,3 Milliarden Dollar.

Boeing steigerte 2012 die Zahl der ausgelieferten Passagierjets um mehr als 120 auf 601, während Airbus auf 588 kam. Für 2013 peilen die Amerikaner 635 bis 645 Auslieferungen an. Airbus will mehr als 600 schaffen. Der Nettogewinn von Boeing fiel im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 81,7 Milliarden Dollar und soll 2013 bei 82 bis 85 Milliarden Dollar liegen.

Boeing-Aktien notierten vorbörslich 0,9 Prozent höher. Titel der Airbus-Mutter EADS grenzten ihre Verluste leicht ein und tendierten 1,9 Prozent tiefer. Boeing hat eine große Rüstungs- und Raumfahrtsparte, die 40 Prozent zum Geschäft beiträgt.


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