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01.08.2012

09:27 Uhr

Quartalsergebnis

Henkel übertrumpft die Prognosen

Der Hersteller von Pritt und Persil hat die Erwartungen der Experten übertroffen: Im zweiten Quartal stieg der operative Gewinn um fast 20 Prozent. Konzernchef Rorsted sieht das Düsseldorfer Unternehmen voll auf Kurs.

Der Klebstoff- und Waschmittelhersteller Henkel verbucht deutliche Zuwächse. dapd

Der Klebstoff- und Waschmittelhersteller Henkel verbucht deutliche Zuwächse.

DüsseldorfDer Konsumgüterhersteller Henkel stemmt sich erfolgreich gegen die Krise in Südeuropa und setzt sich nach einem Ertrags- und Umsatzplus für 2012 ein ehrgeizigeres Gewinnziel. Henkel konnte im zweiten Quartal vor allem in den Schwellenländern zulegen - und musste trotz der Schuldenkrise in Europa keine Federn lassen.

Der Konzern erntet zudem die Früchte seines Sparkurses und konnte sogar Preiserhöhungen durchsetzen: Die Waschmittel- und Klebstoffsparten arbeiten deutlich profitabler als noch vor Jahresfrist. Auch bei Kosmetika verbuchte Henkel ein Plus. Die Erwartungen des Marktes konnte der Hersteller von Pritt und Persil mit seinen Quartalszahlen übertreffen, die Aktien setzten sich im frühen Geschäft von Lang & Schwarz mit einem Plus von zwei Prozent an die Dax -Spitze.

"Wir sind dem Erreichen unserer Ziele für das Gesamtjahr 2012 einen wichtigen Schritt näher gekommen", bilanzierte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Mittwoch. Das zweite Halbjahr wird aber kein Selbstläufer: "Wir erwarten weiter ein sehr volatiles wirtschaftliches Umfeld", räumte der Henkel-Chef ein. Weitere Sparmaßnahmen sind daher möglich, deutete er an: Henkel werde "Prozesse und Strukturen auch künftig überprüfen". Henkel hat binnen Jahresfrist die Zahl seiner Mitarbeiter bereits um rund 900 auf 46.865 Menschen reduziert.

Im zweiten Quartal steigerte Henkel den Umsatz um 6,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Der um einmalige Erträge und Restrukturierungsaufwendungen bereinigte operativen Gewinn kletterte um 18,6 Prozent auf 609 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Anteilen Dritter von 420 Millionen Euro, deutlich mehr als die 343 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie traut sich Rorsted nun mehr zu: Es soll nun 2012 statt um mindestens zehn Prozent um rund 15 Prozent zulegen. Die übrigen Jahresziele bekräftigte er: Henkel erwarte weiter ein organisches Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent, die bereinigte Umsatzrendite will der Konzern auf 14 Prozent steigern. Sie lag im Halbjahr bereits bei 14,1 Prozent - nach 12,7 Prozent vor Jahresfrist.

Zulegen konnte Henkel vor allem in den Wachstumsregionen in Asien und Lateinamerika - hier kletterte der Umsatz um 9,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Rund 43 Prozent der Konzern-Erlöse fährt Henkel nun in diesen Ländern ein. Der britische Henkel-Konkurrent Reckitt Benckiser war dagegen durch die Euro-Krise gebremst worden. Branchenprimus Procter & Gamble hatte sogar seine Prognosen stutzen müssen. Wettbewerber Unilever konnte sich dagegen wie Henkel dank guter Geschäfte in Schwellenländern dem schwächeren Branchentrend in Europa entziehen.

Von

rtr

Kommentare (3)

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vandale

01.08.2012, 09:35 Uhr

Henkel gibt regelmässig "bereingte" Zahlen an. Da jedes Quartal irgendwelche Ereignisse herausgerechnet werden sind dies letztlich Wunsch-, oder Phantasiezahlen. Es bedarf dann einiger Mühe um im Bericht die echten Zahlen zu finden. Aehnliches findet man im Quartalsbericht von Total und vielen US Unternehmen.

In dieser Hinsicht kann man Samsung Electronics, HSBC und andere loben die sich nicht scheuen wirkliche Ergebnisse zu veröffentlichen.

Ich hasse "bereinigte" Zahlen. Diese machen micht misstrauisch und nähren den Verdacht, dass man sich im Unternehmen selbst illusioniert. Ich hatte dies bereits an die IR Abteilungen von Unternehmen geschrieben und wünschte mir andere würden es mir gleich tun.

Vandale

vandale

01.08.2012, 09:58 Uhr

Ergänzung...Im aktuellen Quartalsbericht stehen die realen Zahlen mehr denn die "bereinigten" Zahlen im Vordergrund. Der Grund lieg darin, dass die Umtrukturierungsaufendungen etwas geringer waren als im Vorquartal.
Interessant ist das die Umsatzsteigerung grösstenteils mittels Preisrhöhungen erzielt wurde. Dies mag volkswrtschaftlich den Beginn einer Stagflation markieren.
Henkel kann diesen Weg solange weitergehen bis ein Wettbewerber bereit ist auf seine Margen zu verzichten.

Vandale

kroenerpeter

01.08.2012, 10:16 Uhr

Die Firma hintergeht(erfolgreich) die Verbaucher mit immer kleineren Packungsgrößen zum gleichen Preis. (Z.B. Persil).
Da wundert es mich nicht, dass die Gewinne steigen. Die Verbaucher sollten dieses Verhalten durch Ausweichen auf andere Anbieter nicht unterstützen.

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