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10.11.2011

13:15 Uhr

Quartalszahlen

Atomausstieg schreddert den Gewinn von RWE

In den ersten neuen Monaten des laufenden Geschäftsjahres sinkt das Ergebnis um mehr als ein Fünftel. Die Erlöse stagnieren. Die Atomwende wird für den Konzern immer mehr zur Belastung.

Das RWE-Kernkraftwerks in Mülheim-Kärlich am Rhein: Atomausstieg kommt teuer. dpa

Das RWE-Kernkraftwerks in Mülheim-Kärlich am Rhein: Atomausstieg kommt teuer.

EssenDer Energieriese RWE setzt nach den Einbußen durch die Atomwende auf eine rasche Rückkehr zur alten Stärke. „Auch die kommenden Jahre werden schwierig für uns, aber ich bin optimistisch, dass wir die vor uns liegende Talsohle zügig durchqueren“, sagte Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. Rückenwind hat der Versorger durch erste Erfolge bei den Verhandlungen über einen günstigeren Gasbezug bekommen. Mit drei Lieferanten sei eine Einigung erzielt worden. Details nannte RWE zwar nicht, die Aktie legte aber trotz eines Gewinneinbruchs im Quartal zu.

Das schwache Gasgeschäft drückt neben dem Atomausstieg auf die Margen des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns. Die Sparte Trading/Gas Midstream verbuchte von Januar bis Ende September einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 831 Millionen Euro nach einem Gewinn von 75 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verdiente RWE insgesamt bei einem fast stabilen Umsatz von 38 Milliarden Euro noch 1,4 Milliarden Euro - ein Minus von 46 Prozent. Den Konkurrenten E.ON hat es noch härter getroffen: Der Überschuss des größten deutsche AKW-Betreibers schmolz um 70 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Eckdaten des RWE-Konzerns für die ersten neun Monate

Jan. - Sep. 2011Jan. - Sep. 2010
Außenumsatz38,2 Mrd. Euro38,5 Mrd. Euro
Ebitda6,2 Mrd. Euro7,9 Mrd. Euro
Nettoergebnis1,4 Mrd. Euro2,6 Mrd. Euro
Mitarbeiter*72,47870.856

* Umgerechnet in Vollzeitstellen

RWE leidet wie E.ON darunter, an Lieferanten wie Gazprom Gaspreise zahlen zu müssen, die an den hohen Ölpreis gebunden sind. Die eigenen Kunden wollen aber nur die gefallenen Spotmarktpreise zahlen. „Dies führt dazu, dass wir Gas teilweise teurer einkaufen, als wir es absetzen können“, erklärte RWE. Bei drei Lieferanten habe der Konzern aber erreicht, dass die Preise auf die Spotnotierungen umgestellt oder die Verträge beendet wurden, sagte Finanzchef Rolf Pohlig. Namen der Unternehmen nannte er ebenso wenig wie die Volumen. RWE will bessere Lieferbedingungen auch im Rahmen seiner Verhandlungen mit Gazprom über eine Kooperation bei Kraftwerken durchsetzen. Diese Gespräche mit den Russen dauern an.

Kommentare (4)

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Beobachter

10.11.2011, 07:35 Uhr

Hat doch die Merkel super gemacht: Energiewende, Euro-Zentralstaat und die letzten gesunden Teile der deutschen Industrie gegen Staatsanleihen von Pleiteländern nach China verkaufen.
Das nennt man: De-Industrialisierung. Ökopolitik vom Feinsten.
Kann man in Berlin besichtigen: Dort werden Flughäfen und ausgediente Industrieanlagen zu Grüngärten - öffentlich finanziert versteht sich.
Für Rentner und Joblose.

Account gelöscht!

10.11.2011, 08:38 Uhr

Ebitda - 1,7 Mrd zum Vorjahr
Nettoergebnis - 1,2 Mrd zum Vorjahr

Sind Abschreibungen von Atomkraft einer der Hauptgründe für den Rückgang? Dann müsste doch das Nettoergebnis mieser aussehen als das Ebitda. Kann da jemand bitte eine Zahl dran schreiben, um welchen Betrag es sich bei den Sonderabschreibungen Atomkraft handeln soll?
Sieht mir eher so aus, als wäre das operative Geschäft nicht mehr in Ordnung.

genau

10.11.2011, 09:19 Uhr

Ihre Schlussfolgerung kann ich nicht nachvollziehen. Könnten sie das bitte ausführlicher erläutern.

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