Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2012

13:15 Uhr

Quartalszahlen

Bayer steigert Gewinn und kauft US-Vitaminhersteller

Für mehr als 900 Millionen Euro schlägt Bayer in den USA zu. Der Pharma- und Chemiekonzern kauft Schiff Nutrition. Das können sich die Leverkusener leisten. Der Gewinn im dritten Quartal legte zu.

Chemiepark Leverkusen: Bayer kauft für mehr als 900 Millionen Euro in den USA zu. dpa

Chemiepark Leverkusen: Bayer kauft für mehr als 900 Millionen Euro in den USA zu.

FrankfurtMit einem milliardenschweren Zukauf in den USA treibt der Chemie- und Pharmakonzern Bayer den Ausbau seiner Gesundheitssparte voran. Konzernchef Marijn Dekkers kündigte am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen an, die Schiff Nutrition International für 1,2 Milliarden US-Dollar (920 Mio Euro) zu erwerben. Das Unternehmen ist ein Anbieter von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln.

Mit der Übernahme setzt Dekkers die Reihe kleinerer und mittelgroßer Zukäufe der jüngsten Zeit fort. Seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern. Im abgelaufenen dritten Quartal baute Bayer seinen operativen Gewinn leicht aus. Rechtsstreitigkeiten in den USA nagten allerdings am Überschuss.

Die Übernahme von Schiff will Bayer bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern haben. Die US-Firma hat rund 400 Beschäftigte, Sitz des börsennotierten Unternehmens ist Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Schiff stellt unter anderem Präparate zur Stärkung der Gelenke und Mittel her, die das Immunsystem unterstützen. „Die Transaktion passt hervorragend zur strategischen Ausrichtung unseres Healthcare-Geschäftes“, so Dekkers.

Schiff erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr peilt das Unternehmen Zuwächse von 43 bis 46 Prozent an. Der Kaufpreis von 920 Millionen Euro entspricht einer Bewertung von rund 34 Dollar je Aktie in bar.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Bayer gehört mit seiner Sparte Consumer Care zu den weltweit größten Unternehmen im Geschäft mit rezeptfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten. Zu den bekannten Bayer-Produkten zählen unter anderem „Aspirin“ und das Magenmittel „Rennie“. Die USA sind der weltgrößte Markt für solche Präparate.

Dort würden mehr verschreibungsfreie Produkte und Nahrungsergänzungsmittel verkauft als in jedem anderen Land der Welt, erklärte Bayer-Chef Dekkers. Schiff hatte im Geschäftsjahr 2011/12 (Ende Mai) einen Nettoumsatz von umgerechnet rund 200 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Geschäftsjahr 2013 peilte das Unternehmen ein Plus von 43 bis 46 Prozent an.

Im dritten Quartal baute Bayer dank guter Geschäfte der Gesundheitssparte und kräftiger Nachfrage nach Chemikalien für die Landwirtschaft seinen operativen Gewinn leicht aus. „Healthcare entwickelte sich besonders in Nordamerika und in den Wachstumsländern erfreulich“, erklärte Dekkers.

Der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nahm binnen Jahresfrist um 2,2 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu. Analysten hatten für die Monate Juli bis September allerdings einen Tick mehr erwartet. Der Konzern setzte 9,67 Milliarden Euro um - ein Plus von 11,5 Prozent. Dabei profitierte Bayer auch von einem schwachen Euro.


Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frank-O

30.10.2012, 07:24 Uhr

@ Redakteur:

So so, 900 Milliarden...

Account gelöscht!

30.10.2012, 08:18 Uhr

"@ Redakteur:

So so, 900 Milliarden..."

hehe, wurde "gehebelt".

Account gelöscht!

30.10.2012, 11:37 Uhr

So so, 2 Nicknames also...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×