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25.10.2011

13:45 Uhr

Quartalszahlen

Dax-Konzerne schwimmen im Geld – noch

VonUlf Sommer

Zwar sinken die konjunkturellen Frühindikatoren seit langem - doch nun wartet auf die 30-Dax-Konzerne das stärkste Quartal aller Zeiten. Doch das dicke Ende könnte noch kommen.

Ein Mann geht in einem Metro-Filiale an Waschmittelkartons der Firma Henkel vorbei. dpa

Ein Mann geht in einem Metro-Filiale an Waschmittelkartons der Firma Henkel vorbei.

DüsseldorfDie Schwarzseher haben dieser Tage wieder Oberwasser. Geht es nach Anlegern, Analysten und Volkswirten, dann ist der Abschwung längst beschlossene Sache. Die Frage, so scheint es, ist nicht, ob der Absturz kommt - sondern wann und wie tief er ausfallen wird.

In der Realität ist davon aber bislang nichts zu spüren. Deutschlands 30 größte börsennotierte Unternehmen dürften in den abgelaufenen drei Monaten knapp 16 Milliarden Euro verdient haben. Das wäre der höchste Nettogewinn in einem dritten Quartal in der Geschichte der deutschen Großkonzerne.

Die Rekordsumme zeichnet sich ab, bevor heute die Deutsche Bank die Bilanzsaison in Deutschland eröffnet. Neben dem größten deutschen Finanzinstitut hatte im Vorfeld nur die Lufthansa ihre Anleger mit einer Gewinnwarnung verschreckt. Die übrigen Konzerne sahen keinen Anlass, Abstriche an den hochgesteckten Erwartungen vorzunehmen.

"Nach dem starken ersten Halbjahr und hohen Auftragsbeständen werden die Unternehmen ihre Ziele für das laufende Geschäftsjahr größtenteils bestätigen", erwartet Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Er beobachtet seit Jahren die Bilanzzahlen der deutschen Firmen. Mit Enttäuschungen rechnet er nicht, allerdings "werden vorsichtigere Ausblicke auf die kommenden Quartale der entscheidende Trend in der jetzt anstehenden Gewinnsaison werden", sagt Hürkamp.
Angesichts schwächerer Frühindikatoren in den Industrie- und Schwellenländern haben die Analysten der internationalen Investmenthäuser ihre Gewinnschätzungen für 2012 in den vergangenen zehn Wochen um zehn Prozent gesenkt. Solch einen drastischen Trendwechsel gab es zuletzt 2008. Erstmals seit der Krise 2009 fallen auch die Gewinnerwartungen für die Globalisierungsgewinner: für den Autosektor um zehn Prozent, für die Chemiebranche um zwölf Prozent und für den gesamten Industriesektor um durchschnittlich sieben Prozent.

Kommentare (5)

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gregorius007

25.10.2011, 14:22 Uhr

ob die griechischen euros auf dem fotos uns etwas sagen sollten? in etwa: wohin das geld der griechen "geflossen" ist (in die dax-konzerne)?

POPPER

25.10.2011, 15:25 Uhr

Immer wieder diese Ceteris paribus Methode. Man betrachtet nicht das Ganze, sondern leitet je nach Laune oder Absicht aus Teilen seine Analysen ab. Gesamtwirtschaftliche Prozesse sind immer um einiges komplizierter, als uns der degenerierte Wirtschaftsjournalist suggerieren will. Den DAX Konzernen geht es so gut, weil sie die Steuergeschenke und Deregulierungen am Arbeitsmarkt genutzt haben. Es ginge ihnen aber auch nachhaltig besser, wenn sie nicht nur Kosten sparen würden, sondern auch in Deutschland investieren würden. Das werden sie aber solange nicht tun können, solange deutsche Arbeitnehmer durch Dumpinglöhne und gemeinschaftsschädigende (EU) Lohnverzichte gezwungen werden ihr Budgets zu verringern.

POPPER

25.10.2011, 17:18 Uhr

Unter anderem...

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