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16.05.2014

16:17 Uhr

Quartalszahlen

Ferrari legt weiter zu

Die ehrgeizige Strategie der künstlichen Verknappung von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo scheint aufzugehen. Im ersten Quartal lieferte Ferrari weniger Sportwagen aus, verdiente aber deutlich mehr.

Ferrari 458 Speciale in einem Showroom in Seoul: Die Vorbestellungen für den Mittelmotor-Sportwagen sind vor allem im Fernen Osten stark. dpa

Ferrari 458 Speciale in einem Showroom in Seoul: Die Vorbestellungen für den Mittelmotor-Sportwagen sind vor allem im Fernen Osten stark.

DüsseldorfEs scheint ein wenig paradox: Obwohl Ferrari im ersten Quartal wie geplant weniger Autos verkauft hat, konnte der Sportwagenbauer bei Umsatz und Gewinn deutlich zulegen. Von Januar bis März 2014 wurden 1.699 Ferraris verkauft, was einem Minus von sechs Prozent entspricht. Der Quartalsumsatz stieg dennoch um 12,5 Prozent auf 620 Millionen Euro, den Nettogewinn gab Ferrari in einer Mitteilung mit 57 Millionen Euro an (plus fünf Prozent).

Einzig der Handelsgewinn blieb bei 80 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Dennoch zeigte sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo optimistisch. „Wir möchten die Gesamtmenge der produzierten Fahrzeuge auch in diesem Jahr wieder unter der 7.000er-Marke halten und zugleich unser wirtschaftliches Ergebnis verbessern“, sagte Montezemolo. „Dieses ehrgeizige Ziel ist besonders angesichts der hohen Investitionen, die wir in unsere Produkte und die Formel 1 tätigen, um mit der Konkurrenz Schritt halten zu können, eine große Herausforderung.“

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Weniger ist mehr, darauf setzt Ferrari-Chef Luca di Montezemolo. Statt auf ständiges Absatzwachstum zu hoffen, verknappen die Italiener bewusst ihr Angebot. Und werden mit dem zweiten Rekordgewinn in Folge belohnt.

Die strategische Entscheidung, die Anzahl der ausgelieferten Fahrzeuge zu senken, um die Exklusivität der Marke zu wahren, fiel allerdings erst im vergangenen Mai und wirkte sich daher noch nicht auf die Ergebnisse des ersten Quartals 2014 aus.

Der Rückgang der Absatzzahlen um rund 100 Fahrzeuge ist auf einen Modellwechsel zurückzuführen: Die Produktion des Einstiegsmodells California wird derzeit heruntergefahren, die des Nachfolgers California T ist noch nicht voll angelaufen.

Die für Ferrari wichtigen Märkte in den USA und Nahost konnten trotz der gedrosselten Auslieferung weiter zulegen. Auch im Fernen Osten setzte sich der Wachstumstrend fort, in Japan konnten die Auslieferungen auf 128 Fahrzeuge fast verdoppelt werden.

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In China waren es im ersten Quartal zwar nur vier Prozent mehr verkaufter Sportwagen, hier stimmen allerdings die Vorbestellungen die Verantwortlichen in Maranello positiv: Dank des 458 Speciale, einer Leichtbau-Sportversion des V8-Modells mit Mittelmotor, stieg der Auftragsbestand in der Volksrepublik, Hongkong und Taiwan um 42 Prozent.

In Deutschland wurden 163 neue Sportwagen mit dem springenden Pferd auf der Haube ausgeliefert, rund 30 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der wichtigste Absatzmarkt in Europa bleibt für Ferrari aber Großbritannien, hier konnten die Italiener 168 Fahrzeuge absetzen. Ein kleiner Lichtblick: Im Heimatland des „Cavallino Rampante“ ziehen nach Jahren der Krise die Verkäufe wieder an – und das gleich um 13 Prozent.

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ses

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