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04.10.2012

09:58 Uhr

Quartalszahlen

Gerresheimer enttäuscht Analysten

Die weltweite Nachfrage der Pharma- und Kosmetikindustrie ist zwar gut – doch der Verpackungshersteller verbuchte dennoch einen Gewinnrückgang. Dass das Unternehmen seine Prognose bestätigte, half da auch nicht mehr.

Spritzen des Herstellers Gerresheimer. Das Düsseldorfer Unternehmen stellt unter anderem Pharmaverpackungen her. dpa

Spritzen des Herstellers Gerresheimer. Das Düsseldorfer Unternehmen stellt unter anderem Pharmaverpackungen her.

DüsseldorfDer Spezialverpackungshersteller Gerresheimer hat den Markt mit seinen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal enttäuscht. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis verfehlte das Düsseldorfer Unternehmen die Analystenerwartungen und verbuchte unter dem Strich sogar einen Gewinnrückgang.

Obwohl der Vorstand angesichts der weiter guten Nachfrage aus Pharmaindustrie und Kosmetikbranche seine im Juli angehobene Prognose für das Bilanzjahr 2011/2012 bekräftigte, geriet die Aktie am Donnerstag unter Druck. "Die Zahlen lagen unter den Prognosen. Da hilft es auch nicht mehr viel, dass Gerresheimer seine Prognose für 2012 bestätigt hat", sagte ein Händler. Zum Handelsauftakt verlor das Papier drei Prozent an Wert und war größter Verlierer im MDax.

Gerresheimer zeigte sich mit seinem Geschäftsverlauf im dritten Quartal dennoch zufrieden. Die Nachfrage nach den eigenen Produkten sei weltweit stark. "Entsprechend sind unsere Umsatzzuwächse weiterhin hoch", erklärte Vorstandschef Uwe Röhrhoff. Das Unternehmen erhöhte im Zeitraum Juni bis August den Umsatz um 9,2 Prozent auf 311 Millionen Euro. Dazu trugen alle Geschäftsbereiche bei, wie auch zum Anstieg des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) um 6,5 Prozent auf knapp 61 Millionen Euro.

Lediglich im Geschäft "Plastic Systems", das etwa Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen oder Kunststoffbehälter für die Pharma- und Gesundheitsbranche herstellt, verzeichnete Gerresheimer einen Gewinnrückgang. Hier machten sich Aufwendungen für neue Mitarbeiter bemerkbar, mit denen die Düsseldorfer die Produktion aufstocken wollen.

Der Überschuss sank hingegen überraschend auf 14,4 von 19,2 Millionen Euro. Gerresheimer begründete dies mit Einmaleffekten. Neben Akquisitionskosten schlugen Aufwendungen für ein anhängiges Schiedsgerichtsverfahren und der Verkauf von Kimble Bomex Glass zu Buche.

Für den Rest des bis Ende November laufenden Geschäftsjahres zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, die bereits zweimal erhöhte Umsatzprognose zu erreichen. Dabei setzt Gerresheimer unter anderem auf sein florierendes Geschäft in Schwellenländern, die sich weitgehend von der Wirtschaftsschwäche in Europa und den USA abkoppeln. Gerresheimer peilt weiter ein Erlösplus von neun bis zehn Prozent an. Die operative Umsatzrendite soll unverändert bei 19,5 (Vorjahr: 19,9) Prozent liegen. Im besten Fall wären das ein Umsatz von rund 1,2 (1,1) Milliarden Euro und ein Ebitda von rund 235 (217) Millionen Euro.

Von

rtr

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