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13.05.2014

12:54 Uhr

Quartalszahlen

Hiesinger führt Thyssen-Krupp zurück ins Plus

Der Thyssen-Krupp-Konzern erlebt gerade die schwerste Krise seiner Geschichte. Die neusten Zahlen geben nun Anlass zur Hoffnung. Der Konzern schreibt operativ schwarze Zahlen. Hiesingers Kurs zahlt sich aus.

Blickt optimistischer in die Zukunft: Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger kann passable Zahlen präsentieren. dpa

Blickt optimistischer in die Zukunft: Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger kann passable Zahlen präsentieren.

Essen/DüsseldorfDass Heinrich Hiesinger Thyssen-Krupp umbaut, ließ sich in den vergangenen Monaten vor allem an Verkäufen und Geschäftsaufgaben ablesen. Der Konzernchef stieß das verlustreiche Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama ab, entschied, das Geschäft mit der Gleistechnik aufzugeben und schloss mit dem Rüstungskonzern Saab eine Vereinbarung ab, die schwedische Marinesparte zu verkaufen. Auch der Bereich Bautechnik stand ursprünglich auf der Abschussliste.

Doch dass Hiesinger bei Thyssen-Krupp mehr bewegt, als nur unrentable Bereiche loszuwerden, lässt sich an den Zahlen für das zweite Quartal ablesen, die der Industriekonzern am Dienstag vorlegte. Denn die zeigen nach oben – die Essener haben ihren operativen Gewinn deutlich gesteigert.

Im zweiten Viertel des laufenden Geschäftsjahres 2013/2014 (30.9.) erwirtschaftete das Unternehmen unterm Strich einen Gewinn von 269 Millionen Euro, wie Thyssen-Krupp am Dienstag in Essen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 129 Millionen Euro betragen. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte der Konzern mit einem Minus von 69 Millionen Euro noch rote Zahlen geschrieben.

Das Geschäftsjahr 2012/2013 von Thyssen-Krupp in Zahlen

Components Technology

Im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte die Komponenten-Sparte (unter anderem Zuliefererteile für die Autoindustrie) ein bereinigtes Ebit von 244 Millionen Euro.

Elevator Technology

Die Aufzug-Sparte hat mit einem bereinigten Ebit von 675 Millionen Euro das beste Ergebnis aller Sparten von Thyssen-Krupp eingefahren.

Industrial Solutions

Die Sparte für Industrieanlagen steuerte 640 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.

Materials Services

Das bereinigte Ebit von Material Services lag 2012/2013 bei 236 Millionen Euro.

Steel Europe

Die von Überkapazitäten geprägte europäische Stahlsparte erwirtschaftete ein bereinigtes Ebit von 143 Millionen Euro.

Steel Americas

Bei der amerikanischen Stahl-Sparte sah es im Geschäftsjahr 2012/2013 düster aus, insgesamt stand ein Verlust von 495 Millionen Euro in den Büchern. Zumindest das Walzstahlwerk in Alabama konnte nach Ablauf des Geschäftsjahres für rund eine Milliarde Euro an Arcelor Mittal und Nippon Steel verkaufen.

Corporate

Hier fiel ein Verlust von 425 Millionen Euro an.

Ob der Konzern nach drei Jahren mit Milliardenverlusten auch im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen schreiben kann, ist jedoch weiter offen. Erwartet werde eine „deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses“, hieß es lediglich. Das Gesamtjahr 2012/2013 hatte der Konzern mit einem Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen.

„Wir haben erstmals seit sieben Quartalen wieder ein positives Nettoergebnis geschafft“, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger laut Mitteilung. Die positive Entwicklung sei unter anderem auf Effizienzsteigerungen sowie auf ein starkes Wachstum im Industriegütergeschäft zurückzuführen.

Weiter rote Zahlen schrieb das Stahlgeschäft des Konzerns in Übersee. Dort seinen jedoch Verbesserungen unter anderem durch eine höhere Auslastung sowie durch Kostensenkungen und positive Effekte aus Währungen und Marktpreisen erzielt worden, hieß es. In seinem europäischen Stahlgeschäft klagt der Konzern dagegen weiter über einen anhaltenden Preisdruck.

Kommentare (1)

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13.05.2014, 10:13 Uhr

Hiesinger schrumpft Thyssen gesund. Bin mal gespannt welche Geschäftsfelder da noch übrig bleiben, mit denen Thyssen wirtschaften kann.

Es ist ein schwerer Schlag gegen die deutsche Volkswirtschaft (Wohlstand), wenn Thyssen keine Rolle mehr in der Welt des Stahl spielt und damit auch keine Arbeitsplätze mehr in Deutschland aufbauen kann.

Die desaströsen grünsozialistischen Rahmenbedingungen in der deutschen Energie- und Wirtschaftspolitik (Energiewende/CO2 Verteufelungsmärchen) haben der deutschen Industrie über jahre hinweg das Genick gebrochen. Mit all den Folgen für die Bürger in Form von sehr gut bezahlten Arbeitsplätzen und Wohlstandsverlust!

Als nächstes Opfer, neben der Stahl, Chemie und Kraftwerkbranche, wird die Autobranche dieser grünsozialistischen CO2-Verteufelungs, Erneuerbaren Energie Ideologie zum Opfer fallen.
Absatzmärkte brechen in der EU weg und verlagern sich nach Asien,Amerika.
Investitionen und Fertigung folgen diesen Absatzmärkten und verschwinden zusehends aus Deutschland und Europa.

Energie und Arbeitskosten sind durch diese grünsozialistische Ideologie Politik (CO2/Klimaschutz/EEG/Sozialstaat) weltweit nicht mehr Wettbewerbsfähig.
Wohlstand wird dort geschaffen, wo die Energiekosten und der staatliche Einfluss (Politik) niedrig ist.
Die soziale Marktwirtschaft hat das Wirtschaften durch diese grünsozialistische Politik Ideologie verboten bekommen. Armunt, Mangel und Wohlstandsverlust sind die Folgen dieser Politik1

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