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30.10.2013

14:50 Uhr

Quartalszahlen

Opel dämmt Verluste deutlich ein

Opel schreibt weiter rote Zahlen. Der Mutterkonzern General Motors macht in Europa ein operatives Minus von rund 200 Millionen Dollar. Doch Opel kommt seinem Ziel, wieder Geld zu verdienen, immer näher.

Modelbeine vor neuem Opel-Modell: Schritt für Schritt arbeitet sich der Autobauer in Richtung schwarze Zahlen. dpa

Modelbeine vor neuem Opel-Modell: Schritt für Schritt arbeitet sich der Autobauer in Richtung schwarze Zahlen.

Detroit/RüsselsheimNoch ist Opel nicht am Ziel: Doch auf dem schwierigen Weg aus der Verlustzone ist der Autobauer im dritten Quartal immerhin erneut einen Schritt vorangekommen. Von Juli bis Oktober schrieb der US-Mutterkonzern General Motors (GM) in Europa ein operatives Minus von rund 200 Millionen Dollar (145 Millionen Euro) nach einem Verlust von knapp einer halben Milliarde Dollar im Vorjahreszeitraum, wie GM am Mittwoch in Detroit berichtete. Allerdings hatte GM in Europa im vorangegangenen zweiten Quartal „nur“ 110 Millionen Dollar verloren.

Erstmals seit langem stiegen im Jahresvergleich auch die Quartals-Umsätze im Europageschäft um Opel wieder: von 4,7 Milliarden Dollar im Vorjahr auf nun 4,86 Milliarden Dollar. Der Absatz erhöhte sich einem schwierigen Markt um 5000 auf 249.000 Neuwagen der Marken Opel und Vauxhall. Auch der Rivale Ford hatte seine Verkäufe in Europa zuletzt steigern und den Verlust deutlich senken können.

Insgesamt kommen Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall damit ihrem Ziel näher, zur Mitte des Jahrzehnts wieder Geld zu verdienen. So sieht es auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Neumann nach Informationen aus Konzernkreisen, dass das dritte Quartal traditionell schwierig sei: „Gleichwohl konnten wir unseren positiven Trend fortsetzen, der bereits in den abgelaufenen Quartalen des Jahres 2013 durch die Reduzierung unserer Verluste zu verzeichnen war.“

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Das sei ermutigend, betonte der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG: „Unsere Strategie der Kostendisziplin bei gleichzeitiger Umsatzsteigerung beginnt sich auszuzahlen. Wir müssen uns weiterhin auf profitables Wachstum und unsere neuen Produkte konzentrieren.“

Vor einem Jahr hatte die Adam Opel AG angekündigt, die Fixkosten von 2013 bis 2015 um 500 Millionen Dollar zu senken. Wie weit dieser Plan gediehen ist, konnte das Unternehmen am Mittwoch nicht sagen. GM teilte aber mit, dass die Zahl der Mitarbeiter von Ende 2012 bis September 2013 um 1000 auf 36.000 gesenkt wurde. Der Jobabbau geht weiter: Im Oktober stellte Opel die Getriebefertigung am Standort Bochum mit 300 Beschäftigten ein, Ende 2014 soll die Autofertigung im Ruhrgebiet mit rund 3000 Mitarbeitern auslaufen.

Ungemach droht allerdings aus Paris. Der GM-Allianz-Partner PSA Peugeot Citroën hatte kürzlich ohne Angabe von Gründen mitgeteilt, die gemeinsame Entwicklung einer Plattform für Kleinwagen stehe auf der Kippe. Damit seien die angepeilten Einsparziele aus der Allianz in Gefahr. Das würde auch Opel treffen. Ursprünglich hatten die Unternehmen bis 2017 Spareffekte in Höhe von etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) pro Jahr anvisiert. Zumal PSA auf der Suche nach Kapital weitere Anteile an den chinesischen Partner Dongfeng abtreten könnte. Das dürfte GM nicht schmecken - die Amerikaner wollen ihre Technologie nicht offenlegen.

Konzernweit konnte GM sein Geschäft ausbauen. Der Umsatz stieg nicht zuletzt dank eines weiterhin florierenden Heimatmarkts um vier Prozent auf 39,0 Milliarden Dollar. Auch der operative Gewinn legte zu. Die in den USA beliebten Pick-up-Trucks und Geländewagen bringen den Herstellern besonders viel ein. Auch der Rivale Chrysler berichtete am Mittwoch von einem gestiegenen Gewinn.

Unterm Strich bekam General Motors aber mit 698 Millionen Dollar nicht einmal halb so viel heraus wie im Vorjahreszeitraum. Grund war zum einen eine höhere Steuerlast und zum anderen der Rückkauf eigener Vorzugsaktien. Die Erwartungen der Börsianer übertraf das Unternehmen aus Detroit dennoch: Die Aktie stieg im frühen New Yorker Handel um 3 Prozent.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

30.10.2013, 14:48 Uhr

Warum läuft der Adam nicht?
Warum bleiben Innovationen beim angeblich "neuen" Insignia aus, der aber weiterhin bleischwer das Schlußlicht seiner Gattung darstellt?
Warum verschleudert man die Fahrzeuge?
Warum macht der neue Chef mehr Pressearbeit als Aufräumarbeit? Ein Hinweis darauf, warum ihn VW nicht mehr wollte?
Allenfalls ein Zwischenhoch, rhetorisch gemeint. Opel geht unter. Jede Wette.

Haustechniker

30.10.2013, 15:05 Uhr

Ich würde mal in die Werkstätten schauen, Innovation schön und gut, aber sie müssen sich auch bewähren, Bei VAG fliegen die Getriebe Reihenweise weg ab 150 tKM und billig ist das Vergnügen dann nicht mehr.
Eine Veränderung in den Köpfen der Menschen braucht Zeit und eine faire Berichterstattung über ein Produkt. Letzteres kann ich seit 30 Jahren nicht erkennen.
Mal abgesehen das es die hohen Herren un USA auch nicht kapieren wie der Automobilmarkt funktioniert.

Account gelöscht!

30.10.2013, 15:28 Uhr

Neumann war und ist der Meister der Ankündigungen. War bei Conti so (nicht ganz freiwillig gegangen), dann bei VW (Rauswurf erster Klasse) und nun bei Opel (Rauswurf kommt sicher, die Monate kann man bereits zählen).
Auch ein Zeichen, wenn man nur die abbekommt, die andere nicht mehr haben wollen.

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