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10.11.2011

10:02 Uhr

Quartalszahlen

Siemens will Milliarden-Ziel allein erreichen

Siemens kann seinen Gewinn steigern. Allerdings bleibt die Bilanz nicht ungetrübt. Aber Konzernchef Löscher hält an seinem 100-Milliarden-Euro-Ziel fest - und will das aus weiter aus eigener Kraft erreichen.

Ein Siemens-Mechatroniker arbeitet an einer Verdichter-Turbinen-Kombination. dpa

Ein Siemens-Mechatroniker arbeitet an einer Verdichter-Turbinen-Kombination.

MünchenDer Münchener Technologiekonzern Siemens zeigt sich nach einem kräftigen Gewinnanstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr vorsichtig für die absehbare Zukunft. Der Umsatz werde um drei bis fünf Prozent wachsen, der Gewinn des fortgeführten Geschäfts auf vergleichbarer Basis auf dem Niveau des Vorjahres von sechs Milliarden Euro stagnieren, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Damit enttäuschen die Münchner die Analysten, die für das neue Geschäftsjahr 2011/12 mit rund einer halben Milliarde Euro mehr Gewinn gerechnet hatten.

Mittelfristig erwartet Siemens-Chef Peter Löscher dennoch ein kräftiges Plus. „Wir sind gut gerüstet für ein moderates Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2012 und das mittelfristige Überschreiten der 100-Milliarden-Euro-Schwelle“, erklärte er.

Kommentar: Ein guter Kurs reicht Siemens nicht

Kommentar

Ein guter Kurs reicht Siemens nicht

Steigende Umsätze und Gewinne - der Elektronikkonzern Siemens ist auf Kurs. Doch am Horizont tauchen Wolken auf. Und deshalb steht hinter dem Milliarden-Umsatzziel von Konzernchef Löscher ein Fragezeichen. Ein Kommentar.

Das 100-Milliarden-Euro-Ziel will Siemens laut Löscher in erster Linie mit organischem Wachstum erreichen. Es sei gut gewesen, dass sich Siemens in den vergangenen Jahren bei großen Zukäufen zurückgehalten habe. Die Wettbewerber seien damit teilweise nicht gut gefahren.

Nicht die Erwartungen erfüllt haben die Staatlichen Konjunkturprogramme. Siemens hatte sich hier zusätzliche Umsätze von 15 Milliarden Euro erhofft. Dieses Ziel sei nicht erreicht worden, weil viele Programme gar nicht umgesetzt worden seien, weil die Konjunktur unerwartet schnell ansprang, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. Den geplanten Marktanteil von zehn Prozent habe Siemens aber erreicht.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende September) legte der Nettogewinn des Technologieriesen um gut die Hälfte auf 6,3 Milliarden Euro zu. Der Umsatz des fortgeführten Geschäfts kletterte um sieben Prozent auf 73,5 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen drei Euro je Aktie bekommen, nach 2,70 Euro im Vorjahr.

20112010
Umsatz73,569,0
Gewinn nach Steuern6,34,1
EBITDA10,39,7
Mitarbeiter gesamt402.000405.000
Mitarbeiter Deutschland127.000128.000

In Milliarden Euro; das Geschäftsjahr von Siemens endet am 30. September

Im Schlussquartal lag der Gewinn bei 1,23 Milliarden Euro nach einem Verlust im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 20,35 Milliarden Euro. Besonders gut lief zuletzt das Geschäft mit Industrieausrüstungen, während das Segment Energietechnik einen Gewinnrückgang verkraften musste. Der Schwund geht vor allem auf eine Wertminderung im Solargeschäft zurück. Der Konzern schrieb auf die israelische Solel 231 Millionen Euro ab - fast den ganzen Kaufpreis aus dem Jahr 2009. Der Auftragseingang konzernweit ging um zwei Prozent zurück.

Für die kommenden beiden Jahre nimmt sich Löscher die Konzernbaustelle Medizintechnik vor. Dort sollen Kosten gespart werden, in der erfolglosen Strahlentherapie steht auch der Abbau von mehreren hundert Stellen in Deutschland an.

Kommentare (1)

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10.11.2011, 07:25 Uhr

Wenn dieses hervorragendes Ergebnis nicht mehr reicht und man enttaeuscht ist, sollte man sich mal zur Kalibrierung anmelden.

So oder so, kann man auf die Analysten verzichten, unnoetig wie ein Kropf im Hals.

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