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15.01.2009

16:30 Uhr

Quartalszahlen

Südzucker kümmert die Krise nicht

VonSusanne Schier

Der größte europäische Zuckerkonzern Südzucker hat gestern überraschend positive Zahlen vorgelegt. Der Umsatz legte im dritten Quartal um 2,5 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro zu.

Gute Qualität: Ein Mitarbeiter der Südzucker zeigt den Rohstoff - eine Zuckerrübe. Foto: AP ap

Gute Qualität: Ein Mitarbeiter der Südzucker zeigt den Rohstoff - eine Zuckerrübe. Foto: AP

DÜSSELDORF. Das operative Ergebnis übertraf mit einem Anstieg um 84,4 Prozent die Erwartungen der Analysten deutlich. Dennoch reagierte die Aktie des MDax-Konzerns kaum. Das Konzernergebnis ist zudem weiterhin durch Sondereffekte geprägt.

Durch Quotenrückgaben im Zuge der EU-Zuckermarktreform war der Zuckerumsatz im dritten Quartal rückläufig. Überkompensiert wurde dies durch den starken Umsatzanstieg im Spezialitätensegment. Hierzu zählt insbesondere die Tochter Crop-Energies. Der Hersteller von Bioethanol konnte den Umsatz durch Kapazitätserweiterungen um 89 Prozent steigern.

Vor allem die Zuckersparte sorgte für den Gewinnanstieg. Ihr Ergebnis war im Vorjahr noch durch Umstrukturierungskosten belastet. Trotz des schwächelnden Umsatzes in der Sparte legte das operative Ergebnis daher in den gesamten neun Monaten deutlich zu. Im Spezialitätensegment sank das operative Ergebnis dagegen um 7,1 Prozent. Ursächlich waren die teuren Kapazitätserweiterungen bei Crop-Energies.

Insgesamt bekräftigte das Unternehmen jedoch seine Prognose für das im Februar endende Geschäftsjahr 2008/09. Von der Finanzkrise ist bei Südzucker nur wenig zu spüren. Das sieht auch Alexander Schlipf vom Bankhaus Metzler so: "Ein Großteil des Geschäfts ist nur wenig vom Wirtschaftsabschwung betroffen. Die Zuckernachfrage in Europa ist stabil, Preise und Mengen sind größtenteils politisch reglementiert."

Außerdem scheint sich Südzucker von den Belastungen durch die Zuckermarktreform zu erholen. Das Konzernergebnis stieg nach neun Monaten um 147 Prozent. Dennoch verzerren Sondereffekte ein wenig das Bild. Zum einen verbuchte das Unternehmen einen Gewinn aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 100 Mio. Euro, nach Aufwendungen von 62,7 Mio. Euro im Vorjahr. Zum anderen hat Südzucker noch Forderungen an die EU aus der Umstrukturierungsbeihilfe von 446,5 Mio. Euro in der Bilanz. Das Management erwartet, dass diese im ersten Halbjahr 2009 ausgezahlt werden. Die Mittel könnte das Unternehmen zum Schuldenabbau verwenden. Denn aufgrund der erhöhten Investitionen stiegen die Nettofinanzschulden bis Ende November um 46,7 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Im Verhältnis zum Eigenkapital betragen diese jedoch nur 49,1 Prozent.

Die Zuckermarktreform hat Südzucker einiges abverlangt. Doch die Phase mit massiven Umstrukturierungen und Werksschließungen endet, und der Konzern findet zu alter Stärke zurück.

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