Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2014

14:57 Uhr

Quartalszahlen

Wie Audi sich entstauben will

VonSebastian Schaal

Die Basis stimmt, doch der Glanz fehlt: Audi konnte zwar den Absatz erneut steigern, aber nicht in mehr Gewinn ummünzen. Bei wichtigen Technologien haben andere die Nase vorn – Audi braucht neue Ideen.

Bis die Audi-Ringe wieder richtig glänzen, muss noch viel poliert werden: Hohe Investitionen drücken zum Jahresauftakt den Gewinn. dpa

Bis die Audi-Ringe wieder richtig glänzen, muss noch viel poliert werden: Hohe Investitionen drücken zum Jahresauftakt den Gewinn.

DüsseldorfDie Zeit geht an keinem Auto spurlos vorbei. Jeder Kilometer fordert seinen Tribut, egal wie gut Sie Ihr Auto pflegen. Den kleinen Kratzer in der Stoßstange können Sie zwar mit etwas Politur und Mühe kaschieren, der Wagen steht gut da. Doch irgendwann hilft Polieren alleine nicht mehr weiter, wichtige Verschleißteile wollen ersetzt werden. Und solche Investitionen gehen schnell ins Geld.

Das bekommt derzeit auch Audi zu spüren, nur geht es hier nicht im ein paar Liter Motoröl oder einen Satz frische Reifen, sondern um neue Fabriken, Produktionsanlagen und die Entwicklung neuer Modelle.

Audi hat einiges aufzuholen: Bei wichtigen Projekten ist das Unternehmen ins Hintertreffen geraten, die Konkurrenz ist in Schlüsseltechnologien den Audianern meist einen Schritt voraus. BMW etwa setzt bei dem Elektroauto i3 als erster großer Hersteller auf eine Karosserie aus Kohlefaser und gilt als technisch führend. Der futuristische Hybrid-Sportwagen i8 steht in den Startlöchern, Daimler will demnächst eine elektrische B-Klasse auf den Markt bringen – der Kooperation mit Tesla sei Dank.

Der etwas glücklose Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer musste im vergangenen Jahr seinen Posten wieder räumen – nach nur zehn Monaten. Sein Nachfolger wurde Ulrich Hackenberg, bis dahin seines Zeichens Chefentwickler der Konzernmutter Volkswagen.

Und noch ein Spitzenmanager wechselte von Wolfsburg nach Oberbayern: Produktionsvorstand Frank Dreves, der zum 31. März in Ruhestand gegangen war, wurde durch Hubert Waltl ersetzt – der zuvor dieselbe Position bei VW inne hatte. Ein klares Indiz, dass Wolfsburg den Stillstand in Ingolstadt nicht länger hinnehmen und durch getreue Manager mehr Kontrolle gewinnen will.

Die bei Audi geplanten Elektrovarianten des Sportwagens R8 und des Kleinwagens A1 schafften es unter Entwicklungschef Dürheimer nicht über das Prototypenstadium hinaus. – bis Hackenberg einschritt: „Die Chancen für eine Produktion stehen nicht schlecht“, sagte der neue Audi-Technikvorstand dem Handelsblatt und revidierte so die Entscheidung seines Vorgängers zumindest in Teilen. Das war im Dezember, seitdem ist es wieder ruhig um den Elektroflitzer geworden, der den Rekord für solche Antriebe auf der Nordschleife hält.

Audi hat in Sachen Innovation einiges aufzuholen: Hohe Ausgaben in diesem Bereich haben den Konzern denn auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein wenig gebremst. Zwar verkaufte die Volkswagen-Nobeltochter zwischen Januar und Ende März erneut mehr Autos. Den höheren Absatz und den wachsenden Umsatz konnte der Autobauer aber nicht in höhere Gewinne ummünzen.

Unter dem Strich verdiente die VW-Tochter mit gut einer Milliarde Euro sogar ein kleines bisschen weniger Geld. Der Umsatz hingegen kletterte deutlich um mehr als zehn Prozent, wie Audi am Montag mitteilte. Die Rendite schmilzt aber weiter dahin. Die operative Marge sackte um einen Punkt auf 10,1 Prozent ab. Damit liegen die Ingolstädter allerdings noch immer über dem selbst gesetzten Zielkorridor von acht bis zehn Prozent. Finanzvorstand Axel Strotbeck erklärte die Entwicklung mit hohen Vorleistungen für neue Modelle und der Erweiterung der Produktion. Dieses Geld geben bei Audi vor allem zwei Vorstände aus, die bis vor kurzem noch bei der Konzernmutter Volkswagen Dienst taten.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:18 Uhr

Fahren Sie Audi - egal für welches Modell Sie sich auch entscheiden, sie sehen alle gleich aus. Somit sind immer auf der sicheren Seite.

Mein Vorschlag als Werbeslogan.

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:24 Uhr

jaja, Audi und die Definition langeweilig/eintönig passt schon schablonenartig gut übereinander...VW halt.

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:45 Uhr

Die Verarbeitung stimmt. Die Formen sind nicht barock - wie bei BMW. Mercedes wird gerade besser. Mal sehen, wie Audi reagiert. Bißchen anstrengen ist immer gut!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×