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15.01.2016

15:28 Uhr

„Quicar“

VW stampft eigenes Carsharing-Projekt ein

Die Autohersteller drängen seit Jahren ins Geschäft mit Leihautos. Volkswagen macht nun aber eine Kehrtwende. Trotzdem wollen die Wolfsburger sich nicht komplett aus dem Markt zurückziehen.

Kunden sollen unkompliziert zum neuen Anbieter wechseln können. dpa

„Quicar“-Auto

Kunden sollen unkompliziert zum neuen Anbieter wechseln können.

Hannover/WolfsburgSpontaneinkauf, Wochenendausflug, Transfer zum Flughafen: Auch wer kein eigenes Auto hat, muss dank moderner Carsharing-Angebote nicht auf Flexibilität auf vier Rädern verzichten. Weltweit boomen die Angebote. Die Anbieter werben um Kunden, die zwar ein Auto fahren aber eben nicht kaufen möchten.

Praktisch alle größeren Hersteller haben eigene Carsharing-Angebote auf den Markt gebracht. Während Daimler und BMW sich mit ihren stationslosen Angeboten bereits am Markt etabliert haben, wirft der Autobauer Volkswagen nun das Handtuch. Nach weniger als viereinhalb Jahren stampft der Autobauer sein Pilotprojekt „Quicar - Share a Volkswagen“ wieder ein. Dies habe nichts mit der seit September den VW-Konzern in Atem haltenden Abgas-Krise zu tun, betont Gerhard Künne, Sprecher der verantwortlichen Volkswagen Leasing GmbH.

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Die meisten Autohersteller, die Carsharing anbieten, nutzen das Modell bislang zur Vermarktung ihrer Autos. Daimler bringt auf diese Weise seinen Smart auf die Straße. BMW verleiht bislang Mini, 1er BMW und das Elektroauto i3. In Zukunft werde es aber mehr und mehr darum gehe, die Kunden in einer Welt, in der Besitz unwichtiger wird, an sich zu binden. „Autohersteller brauchen das Thema Carsharing“, sagt Ernst & Young-Experte Peter Fuß.

Gut 6400 geteilte Autos sind ohne feste Station auf deutschen Straßen unterwegs. Daimler und BMW dominieren nach Einschätzung des Carsharing-Verbands den Markt der Freefloating-Angebote, bei denen die Autos einfach am Straßenrand abgestellt werden. Hinzu kommen etwa 9000 Autos an Stationen in Ortschaften und an Bahnhöfen. Und der Markt wächst weiterhin. 2014 hatten sich mehr als eine Million Nutzer für Carsharing angemeldet.

Trotz des Booms konnte Volkswagen auf der Erfolgswelle nicht mitschwimmen. Künne betont, derzeit könne mit Freefloating kaum Geld verdient werden. „Das sind im Moment nur Experimente“, und an denen sei Volkswagen nicht interessiert.

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