Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.10.2012

09:06 Uhr

Rabattschlacht

Der Schwindel mit den Tageszulassungen

VonMark C. Schneider

ExklusivUm Fahrzeuge mit mehr Rabatt losschlagen zu können, lassen Autohändler Wagen für einen Tag zu. Derzeit entfällt fast ein Drittel des Marktes auf diese Rabattmethode. Auch Volkswagen kann sich dem nicht entziehen.

Preis-Dumping beim Händler

Rabattschlacht um die Autokäufer

Preis-Dumping beim Händler: Rabattschlacht um die Autokäufer

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie Autohersteller machen auf dem umkämpften deutschen Markt zunehmend von Tageszulassungen und jungen Dienstwagen Gebrauch, die Händlern Rabatte von 25 Prozent und mehr ermöglichen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach brachten die Hersteller im September insgesamt 83.752 Autos als sogenannte taktische Zulassungen auf den Markt – das entspricht einem Drittel aller Neuwagen und damit dem höchsten Stand seit Sommer 2007. Je höher die taktischen Zulassungen ausfallen, umso schwieriger ist der Markt – und umso mehr Verkaufsförderung ist nötig, um einen Abschluss zu erzielen, sagte CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer.

Taktische Zulassungen sind Autos, die von Händlern oder vom Hersteller angemeldet werden und als junge Dienst- und Vorführwagen mit hohen Preisabschlägen angeboten werden. Den höchsten Anteil wies im September die Fiat-Tochter Alfa Romeo auf (64 Prozent), gefolgt von der Opel-Schwester Chevrolet (62 Prozent), Jaguar (56 Prozent), Fiat (49 Prozent) und Peugeot (47 Prozent).

Allerdings mischt selbst Marktführer Volkswagen laut CAR-Studie kräftig mit. Demnach entfielen bei der Kernmarke VW im vergangenen Monat 36 Prozent auf taktische Zulassungen – nach 23 Prozent im August. Für die Wolfsburger ist das ein hoher Anteil – und für die CAR-Experten der höchste Wert, den sie in fast sieben Jahren fortlaufender Untersuchungen für VW ermittelt haben. „Das ist ein beunruhigendes Signal. An der Marke VW zeigt sich, wie schwierig der Markt geworden ist“, sagte Dudenhöffer.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Volkswagen führt gerade den neuen Golf ein und nutzt das bis Ende des Jahres weiter gebaute alte Modell im Preiskampf. Zwei Drittel der von Dudenhöffer angeführten taktischen VW-Zulassungen entfallen aber aus Unternehmenssicht auf Leasing-Fahrzeuge für Mitarbeiter und auf Dienstwagen.

Bei den konkurrierenden Massenherstellern Opel (44 Prozent) und Hyundai (45 Prozent) lag der Anteil an Tageszulassungen im September noch deutlich höher. Hyundai begründete den hohen taktischen Anteil im Lauf des Jahres gegenüber der „Automobilwoche“ mit der Einführung neuer Modelle, einer Roadshow zur Fußball-EM und Flottentestwagen.

Aus Dudenhöffers Sicht müssten Importeure aber mit 10 bis 15 Prozent Zulassungen für den Eigenbedarf auskommen und deutsche Hersteller mit 20 Prozent. Die wenigsten Tageszulassungen fanden sich im September bei Dacia (7 Prozent) und Smart (14 Prozent).

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

abwracker

16.10.2012, 06:43 Uhr

nun haben gesellschaft und arbeitnehmerschaften steuergelder und kurzarbeiterabgaben aus 2008 und 9 für die zementierung der überkapazitäten der hersteller und zigmillionen boni der vorstände aufgebracht und die fachpresse schreibt sensationsheischend von absatzproblemen.

momentan ham wirs mit den vorboten der autokrise zu tun,wenns richtig losgeht ist oberstes management mal wieder total überfordert und am nach subventionen schreien

autos kaufen keine autos ,is glaub ich von henry ford,gilt 85 jahre später immer noch und in deutschland überteuerte und aufgeblasene karossen schon gar nicht

steuerhilfe.net

16.10.2012, 07:21 Uhr

Um die Autobauer muss man sich keine Sorgen machen, die jammern immer auf hohen Niveau. Selbst wenn es eng wird, greift die Politikerkaste schon ein, und beschert den Autobauern ordentlich Subventionen, damit sie ihre überteuerten Kisten auch den deutschen Michel weiterhin andrehen können.
Also alles halb sowild.

Account gelöscht!

16.10.2012, 07:34 Uhr

HAHAHAHA Versucht das mal bei Porsche. Außer einen Barzahlungs-Skontro gibt`s vielleicht noch einen feuchten Händedruck dazu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×