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12.04.2011

14:30 Uhr

RAG-Stiftung stimmt zu

Evonik darf den Börsengang wagen

Evonik ist auf dem Weg, eines Tages zum großen Dax-Konzern zu werden: Der Chemiekonzern kann Kurs auf einen milliardenschweren Börsengang nehmen.

Die Evonik-Zentrale in Essen: bald ein börsennotierter Konzern?! Quelle: ap

Die Evonik-Zentrale in Essen: bald ein börsennotierter Konzern?!

Essen

Der Chemiekonzern Evonik kann Kurs auf einen milliardenschweren Börsengang nehmen. Das mächtige Kuratorium der RAG- Stiftung habe sich hinter Pläne gestellt, den Sprung auf das Börsenparkett innerhalb der nächsten 15 Monate vorzubereiten, teilte die RAG-Stiftung am Dienstag mit. Noch im Herbst soll entschieden werden, ob ein Börsengang sogar noch 2011 möglich ist. Die Suche nach Banken, die den angepeilten Aktienverkauf begleiten sollen, hat einem Sprecher zufolge bereits begonnen.

Ein Hintertürchen bleibt aber offen: Der Börsengang stehe unter dem Vorbehalt, dass er bei einer möglichen Eintrübung der Konjunktur "jederzeit angehalten" werden könne.

Das Initial Public Offering (IPO) von Evonik könnte Milliarden einbringen. Der Finanzinvestor CVC hatte 2008 für einen Evonik-Anteil von 25,01 Prozent rund 2,4 Milliarden Euro gezahlt. Bei einem Börsengang würde der gesamte Konzern nun wohl mit deutlich mehr als zehn Milliarden Euro bewertet. Damit dürfte Evonik ein heißer Anwärter für eine Mitgliedschaft im deutschen Leitindex Dax sein. CVC hatte mehrfach betont, er sehe Evonik auf Kurs zu einem der größten deutschen Börsengänge seit Jahren.

Die RAG-Stiftung, unter deren Dach der subventionierte deutsche Steinkohlebergbau gebündelt ist, hält knapp 75 Prozent der Evonik-Anteile. Sie soll für künftige Lasten aus dem Bergbau gerade stehen und diese etwa aus Evonik-Dividendenzahlungen oder Anteilsverkäufen finanzieren. Die übrigen Anteile hält CVC. Dem Kuratorium der RAG-Stiftung gehören Vertreter des Bundes, der Länder und der Gewerkschaft IG BCE an. Evonik-Chef Klaus Engel hatte immer wieder betont, der Konzern sei für den Gang aufs Börsenparkett gerüstet. Evonik hatte für 2010 Rekordzahlen vorgelegt: Der Umsatz schnellte um 26 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro in die Höhe, der Konzerngewinn konnte mit 734 (Vorjahr: 240) Millionen Euro mehr als verdreifacht werden.

"Evonik ist erfreulich profitabel", bescheinigte Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking dem Essener Konzern.

Geklärt werden muss unter anderem noch, wie die Einnahmen aus einem IPO verteilt werden. Die IG BCE unterstützt Gewerkschaftskreisen zufolge einen Börsengang grundsätzlich, hat aber auch angeregt, dass ein Teil der Einnahmen auch Evonik zur Finanzierung weiteren Wachstums zufließen könnte. Auch die Belange des Unternehmens müssten berücksichtigt werden, hieß es in den Kreisen. Ein IPO dürfe nicht nur der Mehrung des Vermögens des Finanzinvestors CVC dienen.

Von

rtr

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