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03.04.2011

17:14 Uhr

Rascher Ausstieg

Eon-Chef Teyssen will Atomkraftwerke streng prüfen

Die Bundesregierung will deutsche Atomkraftwerke auf ihre Sicherheit prüfen - und erhält nun Rückendeckung aus der Atomindustrie. Eon-Chef Teyssen möchte sogar "so früh wie möglich" aus der Atomenergie aussteigen.

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, spricht sich für eine Überprüfung der Atommeiler aus. Quelle: dpa

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, spricht sich für eine Überprüfung der Atommeiler aus.

Hannover

"Keiner ist hier, der dem Satz widerspricht: Ausstieg aus der Atomenergie so früh wie möglich", sagte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Sonntag in Hannover. Der Energieversorger Eon will sich einer grundsätzlichen Überprüfung der Atomenergie in Deutschland darum nicht versperren. "Fukushima ist ein dramatisches Ereignis. Man kann - nachdem erstmals ein Kernkraftwerk an Naturkräften gescheitert ist - nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen bei einer Veranstaltung im Vorfeld der Hannover-Messe. "Es reicht auch nicht, zu sagen, in Deutschland werden wir keine Tsunamis haben", fügte der Eon-Chef hinzu. Dies wäre eine "eine unsinnige, zu kurz greifende Einlassung".

Teyssen sprach sich dafür aus, Notstromsysteme und die Kühlung von Atomkraftwerken zu kontrollieren. "Man muss sich alles anschauen." Dazu gehöre auch die Frage, wie viel man bereit wäre, in zusätzliche Sicherheit zu investieren. Das Ergebnis einer solchen Diskussion könne sein, "bestimmte Anlagen nicht mehr zu betreiben", sagte der Eon-Chef. Er schloss nicht aus, dass am Ende auch eine grundsätzliche Entscheidung steht, sich aus einer bestimmten Technik zu verabschieden. Dann stelle sich allerdings die Frage, was man mit den in der Vergangenheit getätigten Investitionen geschehen solle.

Der Manager fügte hinzu, es müsse jedoch klar sein, welche neuen Energiequellen als Ersatz genutzt werden sollen, "ehe wir die alten abschalten." Teyssen forderte außerdem eine Antwort auf die Frage: "Wie geht man mit den Investitionen in die Vergangenheit um?" Teyssen bezog sich bei einer Podiumsdiskussion dabei auf die Kernkraftwerke.

Eon und Vattenfall haben sich nicht einer Klage des Rivalen RWE gegen die von der Politik verordnete Abschaltung alter Atomkraftwerke angeschlossen. Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat die Bundesregierung die sieben ältesten deutschen Reaktoren zunächst für drei Monate vom Netz nehmen lassen. In dieser Zeit sollen alle deutschen Kernkraftwerke einer neuen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.

Kanzlerin Angela Merkel sollte Abend die weltgrößte Industriemesse in Hannover eröffnen. Im Mittelpunkt steht der effiziente Energie- und Ressourceneinsatz in der Produktion und die Industrieautomation. Nach der Katastrophe in Japan dürfte jedoch die Debatte über den Atomausstieg die Gespräche an vielen Messeständen beherrschen.

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), forderte bei der Veranstaltung eine "Roadmap" für den Ausstieg aus der Atomenergie. Sie forderte mehr Wettbewerb in der Energieversorgung und begrüßte den Wiedereinstieg vieler Kommunen in die Stromversorgung. Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) sprach sich dafür aus, schneller die Überlandleitungen auszubauen. Weil viele Bürger Widerstand gegen Stromtrassen durch ihre Dörfer leisten, forciert er den teureren Erdkabel-Ausbau. "Sonst kriegen wir das nicht durchgesetzt", sagte McAllister.

Kommentare (1)

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Andyarbeit

03.04.2011, 18:15 Uhr

Mal sehen ob man dem Braten trauen kann, den das klang vor einigen Wochen, aus dem Mund der gleichen Firma, alles ganz anders. Da war alles kein Problem, alles im Griff Gefahren gab es da keine, die man bedenken müsse. Nimmt man aber Studien aus den 70er Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit eines Super GAUs in DL bei 20%....also keine Gefahr....

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