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05.06.2013

17:32 Uhr

Rat der Topmanager

Winterkorn berät Chinas Ministerpräsidenten

VonMark Christian Schneider

ExklusivChinas neuer Ministerpräsident Li Keqiang lässt sich ab sofort von 14 internationalen Top-Managern beraten. Als einziger Deutscher gehört auch VW-Chef Winterkorn zur illustren Expertenrunde.

Kreis der Experten: VW-Chef Winterkorn (2.v.r.) berät künftig Chinas neuen Ministerpräsidenten Li Keqiang (2. v. li.)

Kreis der Experten: VW-Chef Winterkorn (2.v.r.) berät künftig Chinas neuen Ministerpräsidenten Li Keqiang (2. v. li.)

PekingVolkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn gehört nach Informationen des Handelsblatts zu einem Kreis von nur 14 Topmanagern weltweit, die künftig Chinas neuen Ministerpräsidenten Li Keqiang beraten sollen. Am Mittwoch trafen sich der Politiker und seine illustren Berater das erste Mal in Peking.

„Ein Thema, das wir diskutiert haben, war Chinas Strategie, seine zentralen und westlichen Regionen zu entwickeln“, sagte Winterkorn dem Handelsblatt. Volkswagen unterstütze den Kurs mit einer neuen Fabrik in Changsha und seiner Go-West-Strategie, einem Werk in Urumqi.

Zum sogenannten „Global CEO Advisory Council“ gehören neben Winterkorn internationale Firmenchefs wie GE-Chef Jeffrey Immelt und Disney-Boss Robert Iger aus den USA oder Carrefour-Chef Georges Plassat aus Frankreich an. Winterkorn ist der einzige deutsche Vertreter und Automanager der Beraterrunde.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

In China operiert der Wolfsburger Autokonzern mit zwei staatlichen Joint-Venture-Partnern, SAIC und FAW. Das Land ist der wichtigste Markt der Deutschen. In den ersten vier Monaten 2013 setzte der Volkswagenkonzern ein Drittel seiner Autos in China ab. Gemeinsam mit den Partnern baut Volkswagen sieben neue Werke und investiert in den nächsten Jahren insgesamt mehr als zehn Milliarden Euro. Trotz der Zusammenarbeit mit den Staatsfirmen ist es in China mitunter heikel für den Konzern: So sah sich VW zuletzt zu einer teuren Rückrufaktion genötigt.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.06.2013, 21:39 Uhr

jetzt wird das letzte knowhow noch 'verhökert'...
armes Deutschland.

Amigo-Aufsichtsrat-in-China

06.06.2013, 05:40 Uhr

Winterkorn befand die Entscheidung Hoeneß im Aufsischtsrat der Bayern zu belassen auch richtig.

Daran kann man ermessen, was Winterkorn beispielsweise von guter Unternehmensführung bzw. der Einhaltung von Corporate Governance hält: Gegen den Verbleib von Steuerhinterziehern in großem Umfang in Kontrollgremien, wie einem Aufsichtsrat, scheint der VW-Chef keine Bedenken zu haben. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Ob dieser Mann als Berater für China qualifiziert ist, darf man bezweifeln. Denn dann könnte man genauso gut, die Herstellung von Plagiaten liberalisieren. Wie so oft wird mit zweierlei Maß gemessen. Nachdem der Aufsichtsrat des FCB Corporate Governance mit den Füßen getreten hat, ist es nun an der Zeit, die Korrektur einzuleiten und Hoeneß zum Abtreten zu bewegen. Kommt dieser dem Verlangen nicht freiwillig nach, ist ein Abschluss unvermeidbar.

Amigo-Aufsichtsrat-in-China

06.06.2013, 05:53 Uhr


... ein Ausschluss von Hoeneß unvermeidbar.

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