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15.01.2014

12:58 Uhr

Rauch vor dem Start

Erneut Batterieprobleme beim Dreamliner

Boeing kommt nicht zur Ruhe: Die fehleranfälligen Dreamliner hat es nun schon wieder erwischt. Wegen der verbauten Batterien musste die Flotte bereits monatelang am Boden bleiben. Doch am Dreamliner wird festgehalten.

Ein Flugzeug dieser Bauart konnte wegen Batterieproblemen nicht abheben. AFP

Ein Flugzeug dieser Bauart konnte wegen Batterieproblemen nicht abheben.

TokioIn einem Dreamliner-Jet hat es erneut ein Batterieproblem gegeben. An einer Boeing 787 der japanischen Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) sei vor dem Start weißer Rauch festgestellt worden, berichtete die Airline am Mittwoch. Vor einem Jahr waren sämtliche Dreamliner-Maschinen weltweit wegen Problemen mit Lithium-Ionen-Batterien aus dem Verkehr gezogen worden.

Ein Techniker am Tokioter Flughafen Narita habe am Dienstagnachmittag beim Check-up vor dem geplanten Start nach Bangkok Rauch vor dem Cockpit-Fenster gesehen, teilte JAL mit. Außerdem habe ein Warnsystem auf ein Batterieproblem hingewiesen. Bei einer anschließenden Untersuchung sei festgestellt worden, dass eine der acht Lithium-Ionen-Zellen des Batteriesystems ausgelaufen war. Der betroffene Dreamliner wurde durch eine andere Maschine vom selben Typ ersetzt, die die 169 Passagiere planmäßig nach Bangkok brachte.

Der Boeing-Dreamliner besteht mehrheitlich aus Verbundwerkstoffen, die leichter sind als Metall. Die Flugzeuge verbrauchen daher weniger Treibstoff als herkömmliche Flieger. Wegen Überhitzungsgefahr bei den eingebauten Lithium-Ionen-Batterien musste die gesamte Flotte im vergangenen Jahr aber monatelang am Boden bleiben. Bei zwei Maschinen hatten sich die Batterien überhitzt, wobei bei einem geparkten Flugzeug ein Feuer ausbrach.

Es gelang Boeing nicht, die Ursache des Problems zu identifizieren, doch setzte die Firma Änderungen am Batteriesystem um, mit denen ihren Angaben zufolge die Sicherheit der Flugzeuge gewährleistet wird. Seit April dürfen die Maschinen wieder fliegen. Nach dem Vorfall am Dienstag teilte der US-Flugzeugbauer lediglich mit, die vorgenommenen Verbesserungen am Batteriesystem des Dreamliners „scheinen wie vorgesehen zu funktionieren”.

Der Hersteller der Batterien, die japanische Firma GS Yuasa, erklärte, sie arbeite mit Boeing und JAL zusammen, um die Ursache für das Problem herauszufinden. Auch die US-Luftfahrtbehörde kündigte eine gemeinsame Untersuchung mit Boeing und der japanischen Luftfahrtbehörde an.

JAL betonte am Mittwoch, die Fluggesellschaft setze weiterhin auf den Dreamliner. „Wir überzeugen uns vor dem Start von der Sicherheit eines jeden Flugzeugs. Wir werden die Flüge fortsetzen”, sagte ein Firmensprecher. Auch JALs japanischer Konkurrent All Nippon Airways (ANA) kündigte an, weiter mit dem Dreamliner zu fliegen.

JAL und ANA haben die beiden größten Dreamliner-Flotten - und leiden daher besonders unter den zahlreichen Problemen, die bei dem Flugzeug aufgetreten sind. Neben den Batterieproblemen gab es unter anderem auch Probleme mit einer defekten Toilettenspülung, einem nicht funktionierenden Luftdrucksensor und mit den Bremsen.

Von

afp

Kommentare (1)

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HofmannM

15.01.2014, 13:26 Uhr

Das ist halt das Problem, wenn man eine große Energiemenge auf kleinen Raum (Batterie) zusammenpresst, wie man es bei den Lithium-Ionen-Batterien bewundern kann. Viel Energie auf kleinen Raum (Ionen-Batterie) erzeugt nun mal auch viel wärme. Und diese Wärme wird dann zum Problem, wenn es zur Überhitzung übergeht.
Hier stößt die Physik (Energie=Wärme) und die kaufmännische Wirtschaftlichkeit (Leichte Bauweise) aufeinander

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