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23.05.2017

15:25 Uhr

Razzien an elf Standorten

Droht Daimler eine Abgasaffäre?

VonMarkus Fasse

230 Polizisten und 23 Staatsanwälte haben Standorte von Daimler durchsucht. Mehrere Mitarbeiter stehen wegen möglicher Diesel-Abgasmanipulationen unter Verdacht. Droht den Stuttgartern eine Abgasaffäre wie Volkswagen?

Eine Frau poliert das Daimler-Logo: Das Image der Stuttgarter ist wegen möglicher Abgasmanipulationen angekratzt. dpa

Daimler

Eine Frau poliert das Daimler-Logo: Das Image der Stuttgarter ist wegen möglicher Abgasmanipulationen angekratzt.

Ein Großaufgebot an Ermittlern hat am Dienstag den Autobauer Daimler durchsucht. 23 Staatsanwälte und 230 Polizisten sicherten an elf Standorten in mehreren Bundesländern Beweismittel. Es bestehe der „Verdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit der Manipulation der Abgasnachbehandlung an Diesel-PKW“,  erklärte die Beamten am Mittag.

Daimler bestätigte die Durchsuchungen, wollte die Aktion aber nicht weiter kommentieren. Der Konzern kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Ende März gegen namentlich bekannte und unbekannte Mitarbeiter. Vorstände seien nicht betroffen, hieß es am Nachmittag aus Stuttgart.  

Daimler steht wie der Rest der Branche wegen möglicher Abgasmanipulationen unter Druck. Die Stuttgarter beteuern stets, in Sachen Diesel nicht betrogen zu haben. Tatsächlich aber sieht sich Daimler immer massiveren Forderungen von Behörden und Verbrauchern ausgesetzt, weil sich die tatsächlichen Abgaswerte von denen auf den Prüfständen stark unterscheiden.

So ruft der Konzern seit Mitte 2016 in Deutschland 247.000 Autos mit auffälligem Abgasverhalten zurück. In den USA sieht sich Daimler einer Sammelklage von Autobesitzern ausgesetzt, die wegen hoher Emissionen ihrer Dieselfahrzeuge klagen. Das US-Justizministerium hat den Konzern bereits um Aufklärung gebeten und Unterlagen über die Zertifizierung angefordert. In Stuttgart verlangen die Behörden von Daimler und anderen Autohersteller die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge, da sonst ein Fahrverbot droht.

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Die Hausdurchsuchungen erhöhen nun den Druck auf Daimler. Neben den Stuttgartern ist auch der VW-Konzern im Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft München hatte bereits im März die Audi-Zentrale in Ingolstadt sowie die VW-Zentrale in Wolfsburg durchsucht um Hinweise für die Urheberschaft des Abgasbetruges zu finden. Zudem laufen Verfahren gegen führende VW-Manager wegen des Verdachts, die Kapitalmärkte zu spät über den Abgasbetrug informiert zu haben. 

Kommentare (7)

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Herr Lothar Bitschnau

23.05.2017, 15:13 Uhr

Ich empfinde das als Aktionismus der Justiz.
So große Aktionen gegen Drogenhandel, Kinderpornographie und gewerbmäßigen Einbruch vermisse ich. (oder sind medial nachrangig)
Zudem ist es nach meiner Meinung einträglicher und einfacher die Unternehmen, die ja auch sofort kooperieren, aufzumischen.
Bin gespannt wie schwer die Verbrechen von Daimler sind.


Herr Vinci Query

23.05.2017, 15:20 Uhr

>> " Daimler: Ermittler durchsuchen mehrere Standorte" >>

BlueEFFICIENCY läßt grüßen !

Eine besonders dreiste Betrugserfindung vom Daimler !

DIESEL gehört VERBOTEN !


Herr Tom Müller

23.05.2017, 16:40 Uhr

@ Herr Query

Ich denke nicht das der Diesel verboten gehört. Er ist immer noch einer der effektivsten Antriebsarten. Sie glauben doch nicht wirklich das sich etwas an der Feinstaubbelastung bzw. der allgemeinen Luftverschmutzung ändert wenn der Diesel verboten wird.
Das ist doch alles nur ausgedacht. Hat sich seit der Einführung der Grünen Plakette etwas nennenswert geändert? NEIN!

Sollte der Diesel komplett verboten werden, dauert es sicherlich nicht lange bis es den Benzinern an den Kragen geht.

Es braucht jetzt auch keiner mit dem Argument kommen, dass ein Diesel stinkt. Moderne Diesel stinken nicht intensiver als ein normaler Benziner.

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