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15.05.2013

12:31 Uhr

Reaktionen auf Einigung

Maschinenbauer klagen über Metallabschluss

Der Pilotabschluss in der bayerischen Metallindustrie sorgt für Kritik. Die Maschinenbauer bedauern, dass es keine Flexibilität bei den Löhnen gibt. Die Belastungen für einige Betriebe seien schwer zu schultern.

Zweistufiges Lohnplus

Einigung im Tarifstreit

Zweistufiges Lohnplus: Einigung im Tarifstreit

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Frankfurt/MünchenDer Pilot-Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie findet keine einhellige Zustimmung. So kritisierte der Maschinbau-Verband VDMA am Mittwoch in Frankfurt das Fehlen flexibler Lohnanpassungen. Die aktuelle und prognostizierte Lage sei für die Maschinenbau-Unternehmen sehr unterschiedlich, so dass der Abschluss für einige Betriebe keineswegs einfach zu schultern sei. „Umso wichtiger wären in diesem Zusammenhang weitergehende tarifvertragliche Regelungen gewesen, die eine flexiblere Lohnanpassung zugelassen hätten“, heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

In dem in München abgeschlossenen Tarifvertrag mit einer Steigerung von 3,4 Prozent und anschließend 2,2 Prozent über 20 Monate sind zwei starre Erhöhungsstufen vereinbart worden. VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse begrüßte aber die erhöhte Planungssicherheit bis Ende 2014.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt bezeichnete die Tarifeinigung wegen der vereinbarten Nullmonate und der vergleichsweise langen Laufzeit als vertretbar. „Angesichts der unterschiedlichen wirtschaftlichen Lage in der Branche stellt er allerdings für viele Unternehmen eine enorme Belastung dar“, teilte Hundt mit.
Die Löhne und Gehälter in der Metallindustrie in Bayern sollen in zwei Schritten steigen: Zum 1. Juli um 3,4 Prozent, zum 1. Mai 2014 dann noch einmal um 2,2 Prozent. Für Mai und Juni gibt es keine Erhöhung, der Vertrag läuft insgesamt 20 Monate. Von Streik ist keine Rede mehr, angesichts der überraschend langen Laufzeit des Vertrags wird ein Arbeitskampf in der Schlüsselbranche vor 2015 auch kein Thema mehr sein. Gewerkschaft und Arbeitgeber demonstrieren Harmonie.

Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie

2009

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter betrug insgesamt 4,2 Prozent in zwei Stufen: zum 1. Februar 2,1 Prozent, zum 1. Mai weitere 2,1 Prozent. Für November/Dezember 2008 und Januar 2009 wurde ein Einmalbetrag von 510 Euro vereinbart, ein weiterer von 122 Euro für September 2009. Von Januar bis April 2010 war eine weitere Einmalzahlung von jeweils 0,4 Prozent vorgesehen. Der Vertrag lief über 18 Monate vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2010.

2010

Der Entgelttarifvertrag wurde im Zuge der Wirtschaftskrise vom 1. Mai bis zum 31. März 2011 ohne Anhebung verlängert. Zum Ausgleich erhielten die Beschäftigten zwei Einmalbeträge von je 160 Euro am 1. Mai und am 1. Dezember.

2011

Vom 1. April an gab es wie in der Tarifeinigung 2010 beschlossen ein Plus von 2,7 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bis 31. März 2012.

2012

Nach einem Nullmonat im April wurden die Löhne und Gehälter vom 1. Mai 2012 an um 4,3 Prozent angehoben. Die Vereinbarung lief am 30. April 2013 nach 13 Monaten aus.

2013

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Monaten, in den ersten beiden gibt es keine Erhöhung. Von Juli an steigen Löhne und Gehälter um 3,4 Prozent, vom Mai 2014 an nochmal um 2,2 Prozent.

Der Abschluss in Bayern soll auch von den übrigen Tarifbezirken übernommen werden. Es ist damit der erste Pilotabschluss, der seit 1995 in Bayern verhandelt wurde. Bereits am Mittwochmittag (1200) wird die Tarifkommission der Gewerkschaft in München über das Ergebnis beraten, der Bundesvorstand der IG Metall hat dem Kompromiss bereits in der Nacht zugestimmt und den übrigen Bezirken zur Übernahme empfohlen, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Er lobte zugleich den Kompromiss. Die Beschäftigten würden fair und angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt. Vor allem hätten die Warnstreiks der vergangenen Tage den Druck erzeugt, der für die rasche Einigung nötig gewesen sei. „Die Mitglieder, IG-Vertrauensleute und Betriebsräte haben diesen Erfolg möglich gemacht“, sagte Huber. Ursprünglich hatte die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld gefordert - bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

15.05.2013, 13:18 Uhr

Die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Da sind solche Tarifabschlüsse existenzbedrohend. Nur das scheinen die Gewerkschaften Nicht verstehen zu wollen. Die viel zu hohen Löhne machen unsere Wirtschaft kaputt.

Dabei könnte eine drastische Absenkung der Tariflöhne den Fortbestand der Betriebe möglich machen und Arbeitsplätze sichern.

Naja, wer nicht hören will, muss fühlen, fühlen, wie sich Arbeitslosigkeit anfühlt.

Barnes

15.05.2013, 13:51 Uhr

...ich kann's net mehr hören!!!
In die Taschen der Leute muss Geld. Geld das ausgegeben wird und die Binnennachfrage ankurbelt. Wir sind viel zu abhängig vom Export. Das wird sich nochmal bitter rächen...
Elendslöhne und Harz IV Leistungen für Erwerbstätige gehören abgeschafft und der Mindestlohn muss bei mind. 10 Eu liegen!!! Das sind bei einer 40 Std Woche grade mal 1600 Eu - brutto wohlgemerkt. Es wird endlich Zeit das die Umverteilung von unten nach oben gestoppt und umgekehrt wird!

Streicher

15.05.2013, 14:29 Uhr

Arbeitslosigkeit

Wennd das der Einzige Grund ist weswegen man sich sorgen Macht muss ich persönlich Schmunzeln. Nicht das ein Arbeitgeber hier seinen nicht ganz durchdachten Senf dazugibt!!!

Die gestiegenen Kosten bei Transport, Lebenshaltung, Freizeit usw steigen sollen also die Arbeitnehmer aus eigener Tasche ausgleichen? Also Arbeiten um real weniger zu haben? Also Arbeiten damit Sie selbst Arbeit haben?
Könnte man natürlich machen! Dann hätte ich aber im Gegenzug den Gewinn der Unternehmen unter allen Beschäftigten dieses Industriezweiges aufgeteilt! Wäre doch fair-oder nicht?

Aber die Investoren und Unternehmen wollen über den Überschuss selbst entscheiden, also müssen Sie auch die Kosten für die Arbeit tragen....und die werdnen nun mal zum größten Teil mit den Gewerkschaften verhandelt. Schon blöd wenn man die Arbeitnehmen nicht komplett ausquetschen kann.

Und sollte doch ein Unternehmen nicht die Kurve bekommen so nimmt die Natur Ihren lauf. Es soll ja tatsächlich vorkommen, dass die Leute bei anderen Firmen eine Anstellung finden. Und die Arbeitslosenbeiträge werden ja auch aus gutem Grund monatlich eingezahlt. Wer unwirtschaftlich ein Unternehmen führ kann es eben nicht auf Dauer auf Kosten der Belegschaft am Leben erhalten!

Nur so als Tipp....das Geld ist ja nicht weg- es steht nur den Arbeitnehmern für privaten Konsum zur Verfügung. Die armen Unternehmer müssen nur ein Stück vom Kuchen abgeben.

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