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23.09.2012

22:48 Uhr

Recaro

Leichte Sitze für die Lufthansa

VonMarkus Fasse

Bei Flugzeugsitzen geht es nicht mehr allein um den Komfort - sondern vor allem ums Gewicht. Spezialist Recaro erwartet auch deshalb ein kräftiges Plus. Die Schwaben haben die Lufthansa-Kabine neu bestuhlt.

Testsitzen mit der Kanzlerin. Dr. Rolf Bartke, Vorsitzender des Beirats der Recaro Holding präsentiert Angela Merkel den neuen Standardsatz der Lufthansa. Recaro Aircraft Seating

Testsitzen mit der Kanzlerin. Dr. Rolf Bartke, Vorsitzender des Beirats der Recaro Holding präsentiert Angela Merkel den neuen Standardsatz der Lufthansa.

BerlinDer BL 3520 ist Lufthansa-Kunden gut vertraut. Seit kurzem ist die Neuentwicklung aus dem Hause Recaro der Standardsitz in der Economy auf allen Kurz- und Mittelstrecken. Bis zu achtmal am Tag nehmen Passagiere auf dem neuen Gestühl Platz, ein Härtetest für das Material. „Ein Flugzeugsitz wird über seine Lebenszeit zehnmal so stark beansprucht wie ein Autositz“, sagt Andreas Lindemann, Geschäftsführer von Recaro Aircraft Seating, dem Handelsblatt.

Der Lufthansa-Auftrag ist eine der Visitenkarten des schwäbischen Traditionsunternehmens. 32.000 neue Sitze hat die Lufthansa innerhalb eines Jahres in 200 Maschinen vom Typ Boeing 737 und Airbus A320 einbauen lassen. Doch nicht nur mehr Kundenkomfort ist das Kalkül der Lufthansa, es geht um bares Geld. „Im Vergleich zu herkömmlichen Sitzmodellen haben wir 30 Prozent an Gewicht gespart“, sagt Lindemann. Mit knapp elf Kilo Gewicht gehören die neuen Sitze zu den leichtesten Flugzeugsesseln der Welt.

Es ist der Kampf um Kosten und Gewicht in der Luftfahrt, der Sitzherstellern wie Recaro zurzeit prächtige Zuwachsraten beschert. Die Schwaben, nach der französischen Zodiac und dem US-Anbieter B/E Aerospace die Nummer drei auf dem Weltmarkt, haben ein ehrgeiziges Wachstumprogramm. Lag der Umsatz 2011 noch bei 300 Millionen Euro, liegt das Ziel für die Zukunft deutlich höher. „Wir wollen bis 2017 den Umsatz auf 500 Millionen Euro steigern“, sagt Lindemann.

Flugzeugkabinen sind in der Regel nach acht Jahren reif für den Austausch, die Flieger selbst bleiben deutlich länger im Einsatz. Ging es früher bei der Renovierung um mehr Komfort, so steht jetzt die Gewichtseinsparung im Vordergrund. Hier liegen die letzten Stellschrauben in Zeiten hoher Spritkosten, wenn es nicht gleich ein neuer Flieger sein soll.

Kommentare (3)

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24.09.2012, 00:09 Uhr


Wer einmal in den Sitzen Platz nehmen musste, weiß wo der Haken liegt. Die Sitzflächen sind zu kurz, d.h., es drückt auf längeren Strecken auf den Oberschenkel. Ein weiteres Problem, was viele Gäste bemängeln, ist die Härte der Sitze. Damit die dünneren Sitze sich nicht durchbiegen, müssen die Rückenlehnen härter sein. Dies macht sich aber schon nach kurzer Flugzeit negativ bemerkbar, d.h., der Rücken schmerzt. Das Problem, das Knie des hinter einem Sitzenden im Rücken zu spüren, wurde im HB Bericht bereits erwähnt.
Die dünneren und damit kürzeren Sitze sowie das Einsparen der Garderobe in der Business-Class bringen 15 Sitze mehr auf den Flieger und damit mehr Profit ... allerdings nur, solange der Gast die "Stall-Haltung" weiterhin mitmacht.

Marco

24.09.2012, 10:36 Uhr

Ich fliege den Sitz regelmäßig und muss sagen, dass ich trotz 1,88m Größe noch nie Druck auf den Oberschenkeln verspürte. Längere Strecken werden mit dem "neuen Europa Sitz" eh nicht geflogen. Meiner Info nach werden die Rückenpolster aktuell überarbeitet. Da war man wohl selbst nicht mit zufrieden. Die Garderobe habe ich noch nie vermisst und solange man mir weiterhin den Nachbarsitz in der Business Class freihält, werde ich die auch nicht vermissen.

Gehrhardt

12.03.2013, 00:44 Uhr

DiHtC

Suchen Lufthansa Stzreihen ( zwei und dreisitzer - mögl. business-class - gut aufgearbeitet oder aus Überproduktion )
für unsere neue Gemeinschaftspraxis

Unterzeichner ist Arzt für Flugmedizin

Dr. Andreas Gehrhardt
Hospitalstr. 4
52379 Langerwehe

mobil 0171-7748190

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