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21.06.2011

17:31 Uhr

Reduzierung der Anteile

Daimler macht Druck beim EADS-Verkauf

Bis zum Jahresende will Daimler seine Anteile am europäischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS reduzieren. Damit wächst der Druck auf die Bundesregierung. Denn ein Käufer ist bisher nicht in Sicht.

Daimler-Chef Zetsche will so schnell wie möglich die EADS-Anteile des Konzerns reduzieren. Quelle: dpa

Daimler-Chef Zetsche will so schnell wie möglich die EADS-Anteile des Konzerns reduzieren.

New York/StuttgartDer Autobauer Daimler drückt bei der geplanten Reduzierung seines Anteils am europäischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS aufs Tempo. Die Luftfahrtbranche sei nicht das Kerngeschäft von Daimler, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Dienstag auf einer Pressekonferenz in New York. Es stehe es Daimler rechtlich frei, seine Anteile zu verkaufen, natürlich diskutiere das Unternehmen sein Vorgehen mit der deutschen Regierung. „Wir können diese Diskussionen aber nicht ewig führen“, sagte Zetsche. Bis Jahresende müsse Klarheit herrschen. EADS brauche eine stabile Eigentümer-Struktur.

Daimler hält rund 15 Prozent der EADS-Aktien direkt und übt für weitere Anteile in Höhe von 7,5 Prozent, die bei privaten und öffentlichen Banken geparkt sind, die Stimmrechte aus. Die Stuttgarter sehen kaum Synergieeffekte mit dem Automobilgeschäft, zudem hat EADS dem Konzern schon öfters hohe Einbußen beschert. Zuletzt musste Daimler 2010 wegen der Probleme beim Militärtransporter A400M 237 Millionen Euro als Verlust verbuchen. Daimler sieht sich nur noch als Treuhänder für Deutschland bei EADS, um das Gleichgewicht mit den ebenfalls maßgeblich beteiligten Franzosen aufrechtzuerhalten. Die Bundesregierung hatte zuletzt Ausschau nach einem Käufer für die EADS-Anteile gehalten, damit aber bisher keinen erkennbaren Erfolg verbucht.

Mit dem Geschäftsverlauf bei Automobilen ist Zetsche im laufenden Jahr zufrieden. Die Absatzentwicklung laufe in diesem Jahr insgesamt besser als erwartet, allerdings gebe es am blauen Himmel inzwischen einige Wolken, sagte der Daimler-Chef. Die Pkw-Verkaufszahlen würden weiterhin von der guten Nachfrage aus Schwellenländern getrieben. „Wir müssen etwas vorsichtiger sein wegen widriger Effekte, beispielsweise der Inflation in China, die auf das Wachstum der Weltwirtschaft durchschlagen könnte“, sagte der Manager. Grundsätzlich sei die Autoindustrie inzwischen wieder einer Wachstumsbranche, die jährlich um fünf bis sechs Prozent oder sogar noch mehr zulegen könne. Vor den aufstrebenden Ländern China und Indien und den dortigen Autobauern ist Zetsche nicht bange. „Ich sehe keinen größeren Konkurrenten in den kommenden zehn bis 20 Jahren aus China oder Indien für unsere Premium-Marke Mercedes-Benz“, sagte er.

Über die Zukunft der ebenfalls zu Daimler gehörenden Luxus-Marke Maybach ist Zetsche zufolge noch keine Entscheidung getroffen worden. Daimler prüfe verschiedene Optionen und Szenarien für die handgefertigten Maybach-Limousinen, die sich entgegen früherer Prognosen trotz der in Schwellenländern zunehmenden Zahl von Superreichen nur schwer verkaufen. Eine Möglichkeit sei eine Kooperation, beispielsweise mit dem Autobauer Aston Martin. Es gebe Autohersteller, die größere Erfahrungen als Daimler mit der Produktion kleiner Stückzahlen hätten.

Mit der neuen Mercedes-Kompaktwagenbaureihe, die ab Jahresende vom Band rollen soll, will Daimler jüngere Käuferschichten ansprechen und neue Absatzregionen erschließen. „Es ist wahrscheinlich, dass wir unsere Kompaktwagen-Modelle auch in USA anbieten“, sagte Zetsche.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.06.2011, 20:25 Uhr

Verkauft doch die Anteile an Russland, die sind sowieso mit im Boot und werden Europa schon nicht so schnell überholen.

Wir kriegen ihr Gas und Russland profitiert von der Technologie aus Europa, daran ändert sich die nächsten 100 Jahre garnichts.

Schlecht wäre ein Aufkauf aus China, Indien oder sonstigen Emerging-Markets.

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