Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2015

16:01 Uhr

Reifenhersteller

Michelin investiert massiv in deutsche Werke

Der Reifenhersteller Michelin hat sich mit der Gewerkschaft IG BCE geeinigt: Die Arbeitszeit wird flexibilisiert, betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 ausgeschlossen – und die Bedeutung der deutschen Standorte gestärkt.

Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020 konnte die Gewerkschaft IG BCE herausholen. Reuters

Michelin

Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020 konnte die Gewerkschaft IG BCE herausholen.

Karlsruhe, MainzDer Reifenhersteller Michelin investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in deutsche Standorte. Nach einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz) gibt das Unternehmen mit einem „Zukunftspakt“ seinen fünf Standorten in Deutschland zudem eine Bestandsgarantie bis 2020. Die deutsche Michelin-Zentrale in Karlsruhe dementierte den Bericht am Donnerstag nicht, wollte sich gleichwohl aber nicht näher äußern. Die Gewerkschaft IG BCE bestätigte den Abschluss.

Nach der Zeitung, die sich auf Unternehmenskreise beruft, haben sich Management und Arbeitnehmervertreter auf ein Paket geeinigt, das neben hohen Investitionen eine deutliche Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vorsieht. Der Zukunftspakt sei seit August in Kraft. Der Mainzer Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Walter Dörrich, bestätigte am Donnerstag die Übereinkunft und sagte: „Wir sind durchaus zufrieden mit dem Abschluss.“

Zulieferer-Studie: Druck auf Autozulieferer steigt

Zulieferer-Studie

Premium Druck auf Autozulieferer steigt

Abwälzung von Entwicklungskosten oder hohe Tarifabschlüsse: In den nächsten Jahren stehen 35.000 Jobs bei den Autozuliefern auf der Kippe. Die Zahl der Werke wird zurückgehen, prognostiziert eine Studie.

Dem Bericht zufolge werden die mehr als 5500 deutschen Beschäftigten in Bad Kreuznach (1500), Bamberg (1000), Homburg (1400), Karlsruhe (1500) und Trier (110) künftig deutlich flexibler arbeiten. Demnach soll die Wochenarbeitszeit je nach Aufträgen zwischen 35 und 40 Stunden betragen; der Ausgleich erfolge über Arbeitszeitkonten. Stellenabbau, Lohnkürzungen oder insgesamt längere Arbeitszeiten seien nicht geplant.

Gewerkschafter Dörrich findet insbesondere die erzielte Arbeitsplatz- und Zukunftssicherheit der deutschen Standorte positiv. „Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2020 ausgeschlossen.“ Mit den Investitionen würden die deutschen Werke besser für die Zukunft aufgestellt. Weniger gut sei, dass neues Personal ein Jahr lang finanziell schlechter gestellt werde als die Belegschaft. „Der Arbeitsmarkt wird enger. Begehrte Fachkräfte wird man über diesen Weg nicht kriegen.“ Der französische Gesamtkonzern mit Sitz in Clermont-Ferrand ist Europas größter Reifenhersteller.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×