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27.11.2012

17:20 Uhr

Reifenkonzern

Continental will zu den Branchenführern aufschließen

ExklusivContinental hat große Pläne: Der größte europäische Reifenhersteller will auch international in die Spitzengruppe rücken. Eine neue Wachstumsstrategie soll die Niedersachsen näher an das Spitzentrio heranbringen.

Ein Mitarbeiter von Continental fertigt Reifen in Hannover. dpa

Ein Mitarbeiter von Continental fertigt Reifen in Hannover.

HamburgDas Reifengeschäft des Dax-Konzerns Continental legt international zu. Mittels einer neuen Expansionsstrategie 2025 soll die wichtigste Sparte des Unternehmens zu den globalen Branchenführern aufschließen. Conti dominiert zwar den europäischen Markt, ist aber bisher weltweit nur die Nummer vier. „Aktuell müssen wir klar feststellen, dass wir hinter den großen drei globalen Reifenherstellern Bridgestone, Michelin und Goodyear im Gesamtportfolio noch weit zurückliegen“, sagte Continentals Reifenvorstand Nikolai Setzer dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Aus seiner Sicht muss Conti nicht überall der Beste zu sein, allerdings strebt der Konzern aus Hannover in Kernsegmenten wie Pkw-Reifen eine technologische Spitzenposition an. Profitables Wachstum stehe im Vordergrund, so der Conti-Vorstand. „Aber wenn wir Marktanteile hinzugewinnen werden, kommen wir näher an das Spitzentrio heran.“

In den ersten neun Monaten 2012 steigerten die Niedersachsen den Umsatz mit Reifen um fast 14 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro – das entspricht 30 Prozent des Konzernumsatzes von 24,6 Milliarden Euro. Auch bei der Rendite liegt die Reifendivision mit einer Ebit-Marge von 17,2 Prozent vor den Autosparten. Konzernweit betrug die Rendite 9,6 Prozent. Conti will den Umsatz 2012 trotz Autokrise in Europa um mehr als sieben Prozent auf über 32,5 Milliarden Euro steigern. Haupttreiber sind die Reifen.

Im Reifengeschäft sind die Zeiträume lang. Es dauert von der ersten Planung im Schnitt bis zu fünf Jahre, bis ein neues Werk so arbeitet, dass Hersteller damit auch neue Autos ausrüsten können. Setzer: „Hinter der Strategie 2025 steckt deshalb keine Träumerei, es handelt sich dabei um konkrete Pläne.“

Der Plan weist drei Etappen auf. In der ersten Phase von 2001 bis 2010 trimmte Conti das Reifengeschäft auf Profitabilität. Das schloss Kapazitätskürzungen im damals verlustreichen US-Geschäft und im Nutzfahrzeugbereich ein. „Jetzt sind wir mitten in der zweiten Phase bis 2015, in der wir global zulegen wollen, besonders in den Schwellenländern“, sagte Setzer.

Die Produktion in China baut Continental auf acht Millionen Reifen pro Jahr aus, in Indien führen die Niedersachsen moderne Radialreifen ein, in Russland starten sie 2013 mit eigener Produktion und in Brasilien verdoppeln sie die Kapazität auf neun Millionen. In der dritten Phase bis 2025 steht wieder steigende Wertschöpfung im Zentrum.

Ziel ist eine global ausbalancierte Ausrichtung der Produktion. „Bisher ist Conti zu sehr von den Schwankungen in Europa abhängig. Deshalb stellen wir die Reifendivision gleichmäßig auf, um von der Dynamik in anderen Regionen der Welt zu profitieren“, sagte Setzer. Auf dem amerikanischen Kontinent ist Continental noch unterrepräsentiert. Ändern soll das nicht zuletzt das Engagement als Sponsor der Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Von

mcs

Kommentare (3)

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Radcliffe82

29.11.2012, 18:53 Uhr

Ich bin mir ganz sicher, dass Continental bei strategischer Planung und Voraussicht seine Pläne für 2025 erreichen kann. Das Unternehmen hat mit Schaeffler im Rücken ein starkes Team und Expertise und bisher konnte das Unternehmen rundum überzeugen.

Upton1003

04.12.2012, 11:31 Uhr

Ganz genau! Das Unternehmen blickt nun bald auf ein erfolgreiches Jahr 2012 zurück und kann gestärkt ins neue starten. Mit Schaeffler an seiner Seite, hat das Unternehmen gute Voraussetzungen auch 2013 gut zu wirtschaften.

Radcliffe82

08.12.2012, 16:31 Uhr

Jetzt hat das Schaeffler-Unternehmen INA sogar noch seine Fabrik in Nove Mesto für 40.000.000 Euro erweitern lassen. Wie man sieht strahlt die gute Unternehmensstrategie auch auf die anderen Unternehmens-Töchter ab.

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