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30.08.2012

07:38 Uhr

Reise nach Fernost

Deutschland AG macht China seine Aufwartung

VonMathias Brüggmann, Finn Mayer-Kuckuk, Frank Sieren

Kanzlerin Merkel und die Elite der deutschen Wirtschaft sind auf großer Tour in China. Die meistdiskutierte Frage: Ist China noch Partner oder schon Rivale? Das Verhältnis ist nicht spannungsfrei.

Merkel trifft chinesischen Ministerpräsidenten Wen

Video: Merkel trifft chinesischen Ministerpräsidenten Wen

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Berlin/PekingDeutschland macht seine Aufwartung in China. Gleich drei Maschinen der Luftwaffe werden morgen früh in Peking landen. Kanzlerin Angela Merkel kommt mit sechs Bundesministern und zehn Topmanagern, darunter fünf Vorstandschefs von Dax-Konzernen, in zwei Airbussen A340 aus Berlin angereist.

Außenminister Guido Westerwelle reist mit einer A310 aus Kasachstan an. In Peking werden sich dann zehn weitere Topmanager dazugesellen und die größte Wirtschaftsdelegation komplettieren, die je von Deutschland nach Fernost aufgebrochen ist.

Gesprächsstoff in den drei Regierungsfliegern gibt es genug. Es geht nicht nur um die wachsende Bedeutung Chinas als Absatzmarkt und Produktionsstandort für deutsche Firmen. Zentral ist die Frage, wie man mit dem immer selbstbewusster auftretenden Partner umgeht. Warum dürfen deutsche Investoren in wichtigen Branchen nur Gemeinschaftsfirmen mit chinesischen Partnern gründen? Wie sollen Firmen mit illegalem Technologietransfer umgehen, ohne Absatzchancen zu verlieren? Ist China Partner oder Rivale?

Die Wirtschaftsdaten zeigen Chinas gewachsene Bedeutung eindrucksvoll: 2011 lieferten deutsche Exporteure Waren für 64,8 Milliarden Euro in die Volksrepublik, die wichtigstes außereuropäisches Zielland nach den USA war.

China und Deutschland im Zahlenvergleich

Fläche in Quadratkilometern (gerundet)

China: 9.600.000
Deutschland: 357.000

Bewaldete Fläche

China: 22 Prozent
Deutschland: 32 Prozent
(Angaben von 2010)

Landwirtschaftlich genutzte Fläche

China: 56 Prozent
Deutschland: 48 Prozent
(Angaben von 2009)

Einwohner

China: 1.347.000.000
Deutschland: 82.000.000
(Angaben von 2011, Zahlen gerundet)

Lebenserwartung von Frauen

China: 75 Jahre
Deutschland: 83 Jahre
(Angaben von 2009)

Lebenserwartung von Männern

China: 72 Jahre
Deutschland: 77 Jahre
(Angaben von 2009)

Breitband-Internetanschlüsse je 100 Einwohner

China: 8
Deutschland: 31
(Angaben von 2009)

Personenwagen je 1000 Einwohner

China: 27
Deutschland: 502
(Angaben von 2008)

CO2-Emission pro Kopf in Tonnen

China: 5
Deutschland: 10
(Angaben von 2008)

Quellen: Weltbank, CIA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Botschaft in Peking, Auswärtiges Amt

Vom Mittelständler bis zum Dax-Konzern haben deutsche Unternehmen mehr als 25 Milliarden Euro in Fabriken und Vertriebsnetze im Reich der Mitte investiert. Adidas und Daimler erzielen rund zehn Prozent ihres Umsatzes in China, bei BMW sind es 16,8 und bei Volkswagen sogar über 30 Prozent. VW beschäftigt 48.000 Mitarbeiter in China, Siemens 43 000.

Kommentare (8)

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Pro-d

30.08.2012, 08:35 Uhr

Viel Erfolg Deutschland

Also endlich mal wieder etwas Schönes am Morgen, was hier so berichtet wird. Danke HB, dass man auch mal unsere Zukunft in objektiven Sachen abbildet.

Ich Wünsche der Deutschland AG viel Erfolg

Account gelöscht!

30.08.2012, 09:15 Uhr

Deutschland ist Merkels prsönlicher Ramsch-Laden geworden. Wie im Second-Hand-Geschäft bietet sie alles an, was sich verscherbeln lässt um Deutschland noch schneller in den Ruin und in Fremdbestimmung zu treiben.
Alles entscheidet sie willkürlich und grinst in die Kamera, Frau Höhler hat wirklich Recht in ihrem Buch "Die Patin", Merkel ist skupellos und zerschleift alle deutschen Werte zu Staub. Kritik perlt an ihr ab, sie reagiert nicht mehr darauf und für das sinnlose Polit-Affen-Theater sind Seehofer, Rösler, Schröder und Altmeier zuständig um sinnlose Bereichte über die Presse zu verteilen zu lassen. Merkel agiert wie einst Nero im Rom, der lachte nur als Rom in Flammen stand.

Falk

30.08.2012, 09:57 Uhr

Deutschland sieht sich in Europa einer neuen strategischen Allianz, Frankreich, Spanien, Italien gegenübergestellt, die zunehmend Druck auf Deutschland ausübt. Da ist es nur natürlich und angemessen den eurasischen Raum verstärkt in geopoltische Überlegungen einzubeziehen. China ist und bleibt ein stategischer Partner wenngleich komplex und mit mancherlei Facetten, ebenso wie Russland und auf weitere Sicht mit Entwicklungspotential auch Indonesien und Indien.
Deutschland exportiert nicht nur in den europäischen Raum sondern weltweit.
Sollte sich der Druck und das Druckpotential europäischer Partnerstaaten gegen Deutschland verstärken, hat dieses Land auch eine erweiterte eurasische Optionen. Das sollten die Herren Draghi, Monti und Hollande nicht gänzlich außer Acht lassen.

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