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19.06.2012

14:01 Uhr

Reisebusse

Daimler holt Großauftrag für Fußball-WM

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sollen 90 Gelenkbusse von Daimler im brasilianischen Rio de Janeiro fahren. Die recht kleine Omnibussparte des Stuttgarter Autokonzerns hatte zuletzt mit Renditeschwund zu kämpfen.

Der Nahverkehr von Rio gilt bisher als relativ schlecht ausgebaut. Hier schieben Arbeiter einen defekten Bus von der Straße. AFP

Der Nahverkehr von Rio gilt bisher als relativ schlecht ausgebaut. Hier schieben Arbeiter einen defekten Bus von der Straße.

StuttgartDie Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 sorgen beim Autobauer Daimler schon jetzt für gute Geschäfte. Der weltgrößte Omnibushersteller sicherte sich einen Großauftrag über gut 90 Gelenkbusse für die Metropole Rio de Janeiro. Zusätzlich zu den Bussen werde Daimler auch Serviceleistungen für das Nahverkehrssystem erbringen, teilte der Stuttgarter Konzern am Dienstag mit, ohne den Auftragswert zu beziffern. Für die beide sportlichen Großereignisse werden in der brasilianischen Großstadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern für Omnibusse separate Spuren eingerichtet, um die Fahrgäste schneller befördern zu können. Insgesamt soll das sogenannte "Bus Rapid Transit"-System eine Streckenlänge von 150 Kilometern haben. Gebaut werden die Omnibusse für bis zu 146 Fahrgäste bei der brasilianischen Tochtergesellschaft Mercedes-Benz do Brasil.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Die Bus-Sparte von Daimler kämpft mit Renditeschwund, da sich vor allem die öffentliche Hand derzeit mit Neuanschaffungen zurückhält. An seinen beiden deutschen Omnibus-Standorten Mannheim und Neu-Ulm wird Daimler daher die Belegschaft um acht Prozent kürzen und künftig mehr Modelle in der Türkei fertigen, wo die Produktionskosten geringer sind. In Nordamerika stellte Daimler zuletzt die Verluste schreibende Produktion von Stadtbussen komplett ein. Die dortige Bus-Tochter Orion nimmt keine neuen Aufträge mehr an und wird nur noch die bestehenden Aufträge bis Anfang 2013 abarbeiten.

Die operative Umsatzrendite der vergleichsweise kleinen Daimler-Sparte Busse war im vergangenen Jahr um einen vollen Prozentpunkt auf 3,7 Prozent geschrumpft, für das laufende Jahr kalkuliert Daimler mit einem leichten Absatzrückgang. 2013 soll die Ertragskraft im Omnibus-Geschäft wieder auf sechs Prozent klettern. Mit dem Verkauf von Omnibussen erlöste Daimler als Weltmarktführer 2011 rund 4,4 Milliarden Euro. Rund jeder achte weltweit verkaufte Stadt- oder Reisebus beziehungsweise das Fahrgestell stammt aus dem Konzern.

Von

dpa

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