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06.01.2010

19:08 Uhr

Reitzle erzielt Durchbruch

Conti erhält Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe

VonMark Christian Schneider, Hans G. Nagl

ExklusivDie lange umstrittene Kapitalerhöhung beim hochverschuldeten Autozulieferer Continental ist durch. Contis Kontrollgremium stimmte am Abend bei einer Enthaltung für den Plan, 31 Mio. neue Aktien zum Stückpreis von 35 Euro auszugeben. Damit fließen etwas mehr als eine Milliarde Euro in Contis knappe Kassen

Continental-Chefaufeseher Reitzle setzte sich bei der Kapitalerhöhung durch. dpa

Continental-Chefaufeseher Reitzle setzte sich bei der Kapitalerhöhung durch.

HAMBURG/FRANKFURT. Der Autozulieferer Continental setzt die bis zuletzt umstrittene Kapitalerhöhung um. Contis Kontrollgremium stimmte am Mittwochabend bei einer Enthaltung für den Plan, 31 Millionen neue Aktien zum Stückpreis von 35 Euro auszugeben. Der Bruttoemissionserlös liegt bei 1,08 Milliarden Euro.

Der Clou an dem Deal: Der Löwenanteil der Aktien ist faktisch platziert, da es sich um eine garantierte Kapitalerhöhung handelt. Die Finanzinstitute Deutsche Bank, Goldman Sachs, J.P. Morgan, Calyon, BNP Paribas und HSBC sichern die Abnahme der Aktien zu, von denen bereits 75 Prozent bei Investoren platziert sind.

Altaktionäre sollen für elf alte Aktien jeweils zwei neue Anteilsscheine erwerben können. Der Bezugspreis liegt mit 35 Euro spürbar unter dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch, der bei 40,78 Euro notierte. Mit der Entscheidung hat sich Contis Chefaufseher Wolfgang Reitzle gegen Widerstand aus dem Lager von Großaktionär Schaeffler durchgesetzt.

Mit der gestern verkündeten Kapitalerhöhung hat sich Continentals Chefaufseher Wolfgang Reitzle gegen den Widerstand aus dem Lager von Großaktionär Schaeffler durchgesetzt. Kreisen des Aufsichtsrats zufolge wollte man angesichts des jüngsten Kursgewinns der Conti-Aktie nicht mehr länger warten. Zuletzt stieg das Papier auf gut 40 Euro.

Reitzles glückloser Vorgänger Rolf Koerfer, Rechtsberater und Vertrauter von Contis Großaktionär, hatte die Anzahl der ausgegebenen Aktien bis zum Schluss stärker begrenzen wollen, um Schaefflers Anteil nicht zu verwässern.

Ebenso überraschend wie offenbar entscheidend für die Lösung war die Beteiligung der Investmentbank Goldman Sachs, die das Konzept der Kapitalerhöhung erarbeitet und damit den Konflikt entschärft hat. Schaeffler hatte Goldman ursprünglich abgelehnt: Die Banker hatten im Übernahmekampf im Sommer 2008 vergeblich auf Contis Seite gefochten.

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