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17.06.2014

19:14 Uhr

Rekord-Rückruf-Aktion

GM und die 20 Millionen verfluchten Autos

Insgesamt 20 Millionen Autos: So viele musste GM zuletzt zurück in die Werkstätten holen. Die Aufräumaktion nach dem säumigen Umgang mit Mängeln an Zündschlössern und Co ist ein Kraftakt, wie sich im US-Kongress zeigt.

Sie erinnerten während der Jahreshauptversammlung Anfang Juni an Unfälle mit Chevrolets aus dem Hause GM: Ken Rimer und Laura Christian verloren Angehörige durch die Mängel an den Wagen. ap

Sie erinnerten während der Jahreshauptversammlung Anfang Juni an Unfälle mit Chevrolets aus dem Hause GM: Ken Rimer und Laura Christian verloren Angehörige durch die Mängel an den Wagen.

DetroitRund 20 Millionen Autos aus dem Opel-Mutterhaus General Motors müssen wegen Mängeln in die Werkstatt. Das ist die zweifache Jahresproduktion des größten US-Autobauers. Zuletzt trieb ein neuerlicher Massenrückruf wegen mangelhafter Zündschlösser die Zahl noch einmal kräftig in die Höhe. GM-Chefin Mary Barra muss an diesem Mittwoch erneut einem Kongressausschuss Rede und Antwort stehen zum Umgang des Unternehmens mit Mängeln.

Eine Reihe tödlicher Unfälle wegen fehlerhafter Zündschlösser bei älteren Kompaktwagen hatten die Rückrufwelle zu Jahresbeginn ausgelöst. Der technische Defekt mutierte zum Skandal, nachdem herauskam, dass GM-Ingenieure das Problem seit mehr als zehn Jahren kannten, aber nichts geschah. Auch von Opel sind einige Tausend Roadster vom Typ GT betroffen, die auf einem US-Modell basieren.

„Das ist eine tragische Angelegenheit, die niemals hätte geschehen dürfen und die niemals wieder geschehen darf“, erklärte Barra in einer vorbereiteten Stellungnahme für den Ausschuss, die bereits am Dienstag veröffentlicht wurde. Sie versprach, „nicht zu ruhen“ bis sich die Firmenkultur beim Umgang mit Mängeln geändert haben; dazu habe sie eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. „Ich will, dass niemand bei GM vergisst, was passiert ist.“

Die neue Konzernchefin lässt gezielt nach Mängeln fahnden, was die galoppierende Anzahl der Rückrufe erklärt. Manche Autos müssen auch wegen mehrerer Fehler in die Werkstätten. Die veranschlagten Kosten für die Reparaturen liegen bei mittlerweile rund 2 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro).

Die Aufarbeitung früherer Fehler stellt für GM nicht nur einen finanziellen Kraftakt dar: Im ersten Quartal hatte der Konzern 1,3 Milliarden Dollar für Reparaturen zur Seite gelegt und deshalb einen Gewinneinbruch verbucht. Im zweiten Quartal werden weitere 700 Millionen Dollar fällig. Es bedeutet auch eine logistische Herausforderung, da in vielen Fällen die Ersatzteile in der ausreichenden Stückzahl erst hergestellt und schließlich von den Werkstätten eingebaut werden müssen. Dies wird Monate dauern.

General Motors startete am Montag die Rückrufe Nummer 39 bis 44 in diesem Jahr. Den mit Abstand größten Brocken machten 3,4 Millionen Limousinen weltweit aus, bei denen der Zündschlüssel während der Fahrt ähnlich wie bei den Kompaktwagen zurückspringen kann. Das schaltet Bremskraftverstärker, Servolenkung und möglicherweise die Airbags aus.

Kommentare (1)

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17.06.2014, 20:33 Uhr

2 Mil. Atos zurück? Dies bei "Experten"? Warum gibt es diese Leute überhaupt und warum zieht man diesen Leuten nicht das gesamte Vermögen ein unter Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Staatsbürgerschaft? Kann man suich mehr menschenfeindlich verhalten als diese Experten?? Jetzt verstehe ich die Todestrafe in den USA. Nur wird dies nicht bei diesen Experten angewandt!!

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