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27.01.2005

20:55 Uhr

Rekordabsatz

Nutzfahrzeug-Boom bringt Daimler-Chrysler voran

Im gerade abgelaufenen Jahr hat der weltgrößte Lkw- und Bus-Hersteller Daimler-Chrysler nach der Übernahme des japanischen Fuso-Konzerns soviel Nutzfahrzeuge wie noch nie in der Konzerngeschichte verkauft.

HB STUTTGART. Daimler-Chrysler habe insgesamt 712 200 Lastwagen, Busse und Transporter abgesetzt, 42 % mehr als im Jahr zuvor, teilte der Autokonzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Dem Marktführer kam dabei die weltweit deutlich anziehende Nutzfahrzeugnachfrage zu Gute. Auch ohne die erstmalige Einbeziehung von Mitsubishi Fuso nach dem Erwerb der Mehrheit wären mit 594 100 Einheiten 19 % mehr Nutzfahrzeuge verkauft worden als 2003. Den Rekord hielt bislang das Jahr 1999 mit 554 000 Lkw und Bussen.

„Jetzt wollen wir die positive Ertragssituation langfristig sichern“, sagte der neue Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler. Sein Vorgänger Eckhard Cordes hatte die Sparte aus den roten Zahlen geholt und 2003 einen operativen Gewinn von 855 Mill. € verbucht. Ein Sprecher bekräftigte die Erwartung, dass die Sparte im abgelaufenen Jahr den Gewinn trotz Sonderbelastungen für die Bewältigung eines Skandals um unterlassene Rückrufe bei Fuso noch einmal deutlich gesteigert hatte. Analysten gehen von bis zu 1,6 Mrd. € aus.

Fuso litt 2004 in Japan unter einem Skandal, der noch aus der Zeit vor dem Einstieg von Daimler-Chrysler herrührt. Damals hatte der Lkw- und Bus-Hersteller Rückrufaktionen unterlassen, was zu mindestens einem tödlichen Unfall geführt hatte. Derzeit versucht die neue Fuso-Führung das Vertrauen der Kunden wieder herzustellen. Weltweit verkaufte Fuso im vergangenen Jahr nach Daimler-Chrysler-Angaben 118 100 Lkw und Busse. Vergleichszahlen nannte ein Konzernsprecher nicht. Zuwächse in Südostasien, im Nahen und Mittleren Osten hätten aber den Rückgang in Japan nahezu wett gemacht.

Daimler-Chrysler versucht wegen des Rückrufskandals derzeit, von Mitsubishi Motors einen Teil des Preises für Fuso als Schadenersatz einzufordern. Die Verhandlungen laufen, in den Medien genannte Entschädigungssummen von umgerechnet 370 bis 600 Mill. € wollten beide Unternehmen aber nicht bestätigen. Nach Medienberichten hat Mitsubishi Daimler-Chrysler statt einer Barentschädigung unter anderem weitere Anteile an Fuso offeriert. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher äußerte sich zum Stand der Gespräche nicht.

Die größten Zuwächse verbuchte Daimler-Chrysler Nutzfahrzeuge in Nordamerika (“Freightliner), wo 177 100 Lkw verkauft wurden, 32 % mehr als ein Jahr zuvor. In Europa und Lateinamerika legte der Nutzfahrzeugbauer um 24 % auf 137 400 Einheiten zu. Dort kam Mercedes-Benz vor allem die zweite Generation des Lkw-Flaggschiffs Actros zu Gute. In Westeuropa stieg der Lkw- und Bus-Absatz allein um zehn Prozent auf 274 400 Stück. Von den Bus-Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion wurden weltweit 32 800 Stück verkauft, ein Plus von 16 %. Der Transporter-Absatz legte um 13 % auf 260 700 Stück zu.

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