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22.02.2013

17:10 Uhr

Rekordergebnis

VW macht mehr als 20 Milliarden Euro Gewinn

Volkswagen hat den Rekordgewinn der Vorjahres getoppt. Europas größter Autobauer konnte das Ergebnis um mehr als sechs Milliarden Euro steigern - und hebt die Dividende an. Die Aktionäre sind trotzdem enttäuscht.

VW Golf VII: Der Volkswagen-Konzern hat erste Eckdaten zu den Geschäftszahlen 2012 vorgelegt. dapd

VW Golf VII: Der Volkswagen-Konzern hat erste Eckdaten zu den Geschäftszahlen 2012 vorgelegt.

WolfsburgFast 22 Milliarden Euro Gewinn: Volkswagen hat im abgelaufenen Jahr soviel verdient wie nie zuvor ein deutsches Unternehmen. Selbst die Euro-Krise, unter der die gesamte Konkurrenz von Opel über Ford und Fiat bis Peugeot ächzt, bremste den Zwölf-Marken-Konzern aus Wolfsburg kaum. Trotz heftiger Preiskämpfe in Westeuropa, Milliardeninvestitionen in das neue Baukastensystem und der Eingliederung der Marken Porsche und MAN stieg der Betriebsgewinn 2012 um zwei Prozent auf 11,5 Milliarden Euro, wie VW am Freitag mitteilte. Etwa soviel hatten Analysten erwartet.

"Das wirtschaftliche Umfeld für unser Geschäft ist im Jahresverlauf deutlich schwieriger geworden. Dennoch ist es uns gelungen, die selbstgesteckten Ziele für das Jahr 2012 zu erreichen", sagte Konzernchef Martin Winterkorn. Der Überschuss schnellte wegen Sondereffekten aus der Porsche-Übernahme um fast 40 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro. 12,3 Milliarden Euro davon stammen aus Neubewertungen im Zusammenhang mit der vollständigen Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäfts, stehen also nur auf dem Papier. Schon im vorangegangenen Jahr hatte Volkswagen aufgrund von Bilanzeffekten aus der geplatzten Fusion mit der Porsche Holding SE unter dem Strich mit knapp 16 Milliarden Euro soviel verdient wie kein deutsches Unternehmen zuvor.

So funktioniert die Vorstandsvergütung bei VW

Neue Regeln

Als Vorstand beim Autoriesen Volkswagen kann man Millionen verdienen. Wie hoch die Bezahlung insgesamt ausfällt und wie stark sie in schlechteren Jahren sinken kann, wird laufend neu berechnet. Das komplette Gehalt besteht dabei aus drei Komponenten.

Fixer Sockel

Dies ist der Grundbetrag, in den auch Vergütungen für die Übernahme von Ämtern in weiteren Bereichen des Konzerns, Sachzuwendungen und andere Leistungen wie Dienstwagen einfließen. Der feste Sockel ist im Verhältnis zu den variablen Gehaltsbestandteilen gering. 2011 machte er weniger als ein Siebtel der Gesamtsumme von über 70 Millionen Euro aus, die der achtköpfige Vorstand einstrich.

Langfristiger Anreiz

Dies ist der Grundbetrag, in den auch Vergütungen für die Übernahme von Ämtern in weiteren Bereichen des Konzerns, Sachzuwendungen und andere Leistungen wie Dienstwagen einfließen. Der feste Sockel ist im Verhältnis zu den variablen Gehaltsbestandteilen gering. 2011 machte er weniger als ein Siebtel der Gesamtsumme von über 70 Millionen Euro aus, die der achtköpfige Vorstand einstrich.

Boni

Die zweite variable Kategorie sind die eigentlichen Boni. Hier sahen die Aufseher Korrekturbedarf. Das Gehalt von Konzernchef Martin Winterkorn für 2011 mitsamt einer Nachzahlung für 2010 (17,5 Millionen Euro) stammte zum Großteil (11 Millionen) aus dieser Quelle. Maßgeblich für den Bonus ist die Entwicklung der vorigen zwei Jahre, es geht laut Geschäftsbericht um die „erzielten Ergebnisse und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens“. Boni fließen fortan nur, wenn Volkswagen mindestens einen Betriebsgewinn von 5 Milliarden Euro verbucht. Bei Winterkorn gibt es für die Jahre 2012 und 2013 zudem eine Kappung bei 6,75, bei anderen Vorständen bei 2,5 Millionen Euro.

Den VW-Aktionären und der Belegschaft winken angesichts des Rekordgewinns abermals höhere Beteiligungen. Die Dividende soll um 50 Cent auf 3,50 Euro je Stamm- und 2,56 Euro je Vorzugsaktie angehoben werden. Analysten hatten im Schnitt mit 35 Cent mehr für die Stammaktien gerechnet. Das schickte die Aktie auf Talfahrt.

"Die Dividende ist nicht der Knaller", sagte Jürgen Pieper, Autoanalyst von Metzler. Den Kursrückgang der im Dax gelisteten Vorzugsaktie um mehr als sechs Prozent nannte Pieper überzogen. "Die Erfolgsstory von VW ist mit diesen Zahlen nicht zu Ende." Ähnlich sah es SEB-Fondsmanager Jürgen Meyer: "Ich kann kein Haar in der Suppe erkennen." Die 'magere' Dividende sei vor dem Hintergrund der Übernahme von MAN, der Porsche AG und Ducati zu sehen - "das will schließlich auch bezahlt werden".

Wegen des rasanten Gewinnanstiegs beschloss der Aufsichtsrat am Freitag ein neues Vergütungssystem, um den Gehaltsanstieg des Managements zu bremsen. Konzernchef Martin Winterkorn erhält nun rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten. Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten - wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente. Auch mit über 14 Millionen ist Winterkorn der am besten bezahlte Vorstandschef in Europa.

Kommentare (23)

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Jochen

22.02.2013, 15:32 Uhr

Der richtige Zeitpunkt die Preise zu senken.

Der_VWweltkonzern

22.02.2013, 15:52 Uhr

Piech u. Winterkorn sind geniale Konzernlenker mit richtig viel Benzin im Blut.
Ihre Weltkonzern Strategie ist einmalig. Sie werden alles überrollen u. langfristig Mercedes als 13. Tochter dem Konzern einverleiben. Sie warten, bis Zetsche MB an die Wand gefahren hat ... das spart Piech Milliarden.

Uniabsolvent

22.02.2013, 15:57 Uhr

Ich finde das Preis-/Leistungsverhältnis bei VW überragend .... auch wenn sich diese Produkte nur noch Qualifizierte kaufen können. Der Rest soll halt Gebrauchte leasen!

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