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12.03.2013

13:34 Uhr

Rekordgewinn 2012

Evonik will Ende April an die Börse

Evonik-Chef Engel hat die Börsenpläne des Spezialchemieunternehmens präzisiert. In der letzten Bilanz davor erzielte der Konzern einen Rekordgewinn. Zudem erwägt Evonik auch neue Übernahmen, die zum Portfolio passen.

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hat die Börsenpläne des Unternehmens präzisiert. dpa

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hat die Börsenpläne des Unternehmens präzisiert.

EssenMit einem Rekordgewinn im Rücken startet das Spezialchemieunternehmen Evonik Ende April an die Börse. Zwölf Prozent der Anteile des Unternehmens seien an „gut zwei Handvoll“ großer Investoren aus aller Welt gegangen, sagte Vorstandschef Klaus Engel am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. Hinzu kämen rund zwei Prozent für den freien Handel.

Engel bestätigte den Einstieg des Singapur-Staatsfonds Temasek. Weitere Namen von Investoren wollte er nicht nennen. Aus Börsenkreisen verlautet, Evonik nehme 1,7 Milliarden Euro über die Privatplatzierung ein. Rund 300 Millionen Euro sollten über den freien Handel hinzukommen.

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Der Konzerngewinn wuchs 2012 vom bisherigen Spitzenwert von gut einer Milliarde Euro 2011 auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Er setze darauf, dass sich die Wertsteigerung des Unternehmens künftig auch im Aktienkurs zeigen werde, sagte Engel.

Die bisherigen Eigentümer, die RAG-Stiftung (bisher knapp 75 Prozent) und der Finanzinvestor CVC (gut 25 Prozent), hätten zu beiden Teilen Anteile abgegeben. Für 2013 erwarte das Management einen höheren Umsatz (2012: 13,6 Milliarden Euro) und operative Ergebnisse auf dem Stand von 2012.

Die seit drei Jahren verfolgte Fokussierung auf die Spezialchemie sei weitgehend abgeschlossen, sagte Engel. 2011 hatte Evonik sein Industrie-Ruße-Geschäft (Carbon Black) verkauft, 2012 folgten die Farbstoffe (Colorants). Nun trennt sich Evonik von Teilen seiner Immobilien-Tochter Vivawest. Das Unternehmen werde aber 25 Prozent der Vivawest-Anteile in einem Fonds für die Absicherung der Evonik-Firmenrenten halten. Vivawest ist mit rund 130 000 Wohnungen die Nummer drei der Branche in Deutschland.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Umsatz ging - vor allem wegen des Sondereffekts aus dem Carbon Black-Verkauf - auf 13,6 Milliarden Euro (Vorjahr 14,5 Milliarden Euro) zurück. Evonik investiere so viel wie nie: Für die Jahre 2012 bis 2016 umfasse das Investitionsprogramm mehr als sechs Milliarden Euro, sagte Engel. Dabei setze das Unternehmen vor allem auf organisches Wachstum.

Trotzdem schaut sich Engel auch nach Zukäufen um - der konzern wolle bei Fusionen und Übernahmen "nicht an der Seitenlinie" stehen. Übernahmen müssten aber zum Konzern passen und die Rendite-Kriterien erfüllen Evonik wolle weiter breit aufgestellt und in den entsprechenden Segmenten unter den ersten drei Unternehmen sein, betonte Engel: "Wir wollen nicht nur an der Auto- oder Reifenindustrie hängen wie andere", unterstrich er. Dem Konkurrenten Lanxess etwa machte zuletzt die Krise der Autoindustrie zu schaffen - der Konzern ist weltgrößter Hersteller von synthetischem Kautschuk, der in Autoreifen und Dichtungen zum Einsatz kommt.

Das Unternehmen beschäftigt aktuell in Deutschland rund 22 000 Menschen, weltweit gut 33 000. Ein Viertel des Umsatzes wird in Deutschland erwirtschaftet. In Übersee ist Asien ein Schwerpunkt. Evonik investiert allein in Singapur in eine Anlage für Aminosäure mehr als 500 Millionen Euro. In dem Werk soll die Aminosäure Methionin für Tierfutter produziert werden.

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