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09.07.2014

11:23 Uhr

Rekordjahr angestrebt

Chemie-Industrie steigert Produktion

Die Chemiebranche ist auf Rekordjagd: Die Produktion legt im ersten Halbjahr um drei Prozent zu. Trotz größerer Konkurrenz aus Asien und Südamerika ist VCI-Chef Kley für das zweite Halbjahr optimistisch.

BASF-Mitarbeiter: Die deutsche Chemiebranche boomt. obs

BASF-Mitarbeiter: Die deutsche Chemiebranche boomt.

FrankfurtDie deutsche Chemie-Industrie steuert auf ein weiteres Rekordjahr zu. Im ersten Halbjahr stieg die Produktion im Vorjahresvergleich um drei Prozent, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Haupttreiber war das Inlandsgeschäft mit Industriekunden. „In unserem Heimatmarkt EU laufen die Geschäfte ebenfalls besser“, betonte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley: „Unsere Unternehmen sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte anhält.“

Insgesamt sei die Stimmung in dem nach Maschinenbau und Automobil drittgrößtem Industriezweig Deutschlands gut - obwohl derzeit aus Asien und Südamerika kaum Wachstumsimpulse für die Branche kämen. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus: Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 440.000.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Dank der höheren Produktionsmenge konnte die Chemieindustrie ihren Umsatz trotz gesunkener Erzeugerpreise ausweiten: Mit 98 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz im ersten Halbjahr zwei Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dabei stiegen die Erlöse im Inland um 3,5 Prozent auf 40 Milliarden Euro, während der Auslandsumsatz nur leicht um ein Prozent auf 58 Milliarden Euro zulegte.

Nach den ersten sechs Monaten hält der VCI an der Prognose für das Gesamtjahr 2014 fest und geht unverändert von einem Produktionsplus von 2 Prozent aus. Der Umsatz soll bei nur noch leicht sinkenden Preisen um 1,5 Prozent auf rund 193 Milliarden Euro steigen.

Von

dpa

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