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04.10.2013

15:18 Uhr

Rekordmonat

Daimler holt im China-Geschäft auf

Daimler arbeitet an der eigenen Schwäche in Fernost und verkauft in China deutlich mehr Fahrzeuge. Durch das internationale Geschäft erreicht der Absatz im vergangenen Monat erneut einen Rekordwert.

Wachsender Absatz

Liegt die Zukunft des Automarkts in China?

Wachsender Absatz: Liegt die Zukunft des Automarkts in China?

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Stuttgart/New YorkDaimler fährt seinen Erzrivalen BMW und Audi in China hinterher. Im September stieg der Absatz dort jedoch kräftig. In den USA feiert der Konzern derweil das erste Mercedes-Werk außerhalb Deutschlands, vor 20 Jahren gingen die Stuttgarter in Alabama an den Start.

Der Autobauer Daimler setzt seine Aufholjagd auf dem wichtigen chinesischen Markt fort. Im September stiegen die Verkäufe im Reich der Mitte um 21,2 Prozent auf 20.375 Fahrzeuge an, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart berichtete. Von Januar bis September wurde ein Plus von insgesamt 7,9 Prozent erzielt. Daimler bemüht sich derzeit verstärkt darum, in China zu den Erzrivalen BMW und Audi aufzuschließen.

Der Dax-Konzern hatte in der Vergangenheit für das China-Geschäft einen eigenen Vorstand berufen und den Vertrieb umgebaut. Insgesamt verkaufte Daimler im September von seiner Marke Mercedes-Benz weltweit 142 994 Fahrzeuge. Das war ein Plus von 15,9 Prozent und somit der stärkste Absatzmonat in der Unternehmensgeschichte.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Neben Asien trugen auch die USA zu dem guten Geschäft bei. Produktionsvorstand Andreas Renschler zog 20 Jahre nach dem Entschluss für das erste Autowerk außerhalb Deutschlands ein positives Fazit - und ermunterte auch Mittelständler, eine eigene Produktion in den USA aufzubauen. Das Werk entstand in Tuscaloosa (Bundesstaat Alabama) im Süden der Vereinigten Staaten.

„Wie bei jedem Anlauf und jedem neuen Werk gab es da erst mal viel zu lernen - und wir haben enorm viel gelernt“, sagte Renschler der Nachrichtenagentur dpa. „Heute steht Tuscaloosa für Mercedes-Qualität.“ Er könne mittelständischen Unternehmen nur zu einer eigenen Fertigung in den USA raten.

Mit Daimler seien auch viele Zulieferer in das Land gegangen. „Und ich kenne keinen, der das bereut hat“, meinte Renschler. Das liege auch an der Mentalität der Menschen, die entspannt und gleichzeitig zielstrebig seien: „Während Deutsche oft erst langwierig klären, wer denn Schuld hatte, sind Amerikaner schon bei der Lösung.“ Neben Daimler produzieren heute auch BMW und VW in den Vereinigten Staaten.

Auch in Südamerika geht es für die Schwaben voran. In Brasilien ergatterte Daimler einen Großauftrag für Bus-Fahrgestelle. Es geht um insgesamt vier Aufträge von zusammen 2100 Mercedes-Benz-Fahrgestellen zur Erneuerung der Flotten im öffentlichen Nahverkehr von Brasília. Zur Höhe des Auftragswerts wurden keine Angaben gemacht. Vor kurzem hatte Daimler angekündigt, in Brasilien auch wieder Autos produzieren zu wollen. Der Konzern wird in Iracemápolis bei São Paulo ein neues Werk bauen, wo 2016 die ersten Fahrzeuge vom Band rollen sollen.

Von

dpa

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