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11.01.2017

07:46 Uhr

Rekordstrafe in den USA

VW muss wohl 4,1 Milliarden Euro zahlen

VonThomas Jahn

VW kommt im Abgas-Skandal einer Einigung mit dem US-Justizministerium näher: Ein Vergleichsentwurf sieht Strafzahlungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro vor. Es wäre die höchste Strafe aller Zeiten in der Branche.

Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es. dpa

Volkswagen

Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es.

Wolfsburg/Washington/New YorkZehn Tage vor der Amtsübernahme von Donald Trump kommt der Kompromiss: Volkswagen muss im Abgasskandal in den USA weitere Milliarden auf den Tisch legen. In den Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sieht ein Vergleichsentwurf Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vor, wie VW am Dienstag mitteilte.

Volkswagen befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem US-Justizministerium sowie der US-amerikanischen Zollbehörde. Ziel der Gespräche sei der Abschluss von Vergleichsvereinbarungen über die Beilegung bestimmter strafrechtlicher Untersuchungen und bestimmter zivilrechtlicher Bußgeldverfahren.

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Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es. Dieser sehe Bußgeld- und Strafzahlungen in einer Gesamthöhe von rund 4,3 Milliarden Dollar (rund 4,1 Milliarden Euro) vor. Teil dieses Vergleichsentwurfs sei auch ein Schuldanerkenntnis in Bezug auf bestimmte US-Strafvorschriften.

Es ist eine Rekordsumme: Toyota zahlte 2014 für seine von allein beschleunigenden Fahrzeuge 1,2 Milliarden Dollar, General Motors 2015 für defekte Zündschlösser 900 Millionen Dollar. Die zuständigen VW-Gremien würden sich mit der Sache kurzfristig befassen, möglicherweise noch im Laufe des heutigen Dienstags bzw. morgigen Mittwochs.

Der Konzern kommt in den USA einen großen Schritt weiter, die Manipulation von Emissionswerten zu bewältigen und einen Neustart im zweitgrößten Automarkt der Welt einzuläuten. „Wir hatten eher eine Summe um die drei Milliarden Dollar erwartet“, schrieb Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. „Nichtsdestotrotz ist es eine große Erleichterung“. Endlich könne das Unternehmen einen Strich unter die Sache ziehen und wieder offen mit dem Kapitalmarkt kommunizieren.

VW hat für Rechtskosten im Abgasskandals bereits 18,2 Milliarden Euro beiseitegelegt. Diese Summe wird nun aber dem Konzern zufolge voraussichtlich nicht ausreichen. Mit Hunderten US-Zivilklägern - Kunden, Autohändler und US-Behörden – hatte sich VW bereits auf Vergleiche geeinigt, die über 17 Milliarden Dollar kosten könnten. Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 letztlich ausfallen werde, lasse sich derzeit noch nicht sagen, teilte der Konzern mit.

Kommentare (5)

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Herr Horst Mueller

11.01.2017, 08:19 Uhr

Was ich nicht verstehen kann, dass in D keine Justiz oder Regierung und noch schlimmer der Aufsichtsrat keine Konsequenzen daraus gezogen hat. Der Staat erhält auf Jahre weniger oder keine Steuern, die Aktionäre weniger Dividende und der Vorstandsvorzitzende erhält eine Tagespension von 3.000 €. Jedem anderen Arbeitnehmer wäre fristlos gekündigt worden.Dafür werden auf die nächsten Jahre 20.000 Jobs gestrichen. Das ist soziale Marktwirtschaft!!!

Account gelöscht!

11.01.2017, 16:08 Uhr

Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Herr Peter Müller

11.01.2017, 16:11 Uhr

Das liegt wohl an den vielen guten und wertvollen Kontakten, die von WOLFSBURGER Mitarbeitern in viele wichtige Bereiche gepflegt werden...

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