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11.02.2013

16:17 Uhr

Rekordsumme erreicht

Deutsche Konzerne geben mehr für Forschung aus

Für deutsche Großunternehmen sind Forschung und Innovationen wichtig wie nie. Einer Studie zufolge kletterten nun die Ausgaben auf einen Rekordwert. Vor allem Maschinenbauer und Chemiekonzerne waren großzügig.

Deutsche Konzerne haben ihre Ausgaben für Innovationen auf geschätzte 138 Milliarden Euro gesteigert. dapd

Deutsche Konzerne haben ihre Ausgaben für Innovationen auf geschätzte 138 Milliarden Euro gesteigert.

BerlinKonzerne in Deutschland nehmen immer mehr Geld in die Hand, um ihre Wettbewerbsfähigkeit durch neue Produkte zu sichern. Die Unternehmen dürften ihre Innovationsausgaben 2012 wohl auf rund 138 Milliarden Euro gesteigert haben, erklärte das Mannheimer ZEW-Institut am Montag. "2013 ist ein weiterer Zuwachs auf dann 140,7 Milliarden Euro wahrscheinlich."

Für 2011 habe es ein Plus um 9,2 Prozent auf das bisherige Rekordniveau von knapp 132 Milliarden Euro gegeben. Die Zunahme konzentrierte sich aber auf Großunternehmen. Trotz stabiler Konjunktur hielten sich kleine und mittlere Firmen laut ZEW zurück. So sei der Anteil der Unternehmen, die Innovationen eingeführt haben, auf unter 40 Prozent gesunken.

Der mit neuen Produkten erzielte Umsatzanteil erreichte 2011 rund 14,2 Prozent und blieb damit leicht unter dem Wert des Vorjahres. Dies geht aus der "Innovationserhebung für Deutschland 2012" vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, die das Bundesforschungsministerium in Auftrag gegeben hatte. Genaue Daten liegen erst für 2011 vor. Damals steigerten Betriebe der forschungsintensiven Industrie - etwa der Fahrzeugbau und die Elektroindustrie - ihre Innovationskosten am stärksten.

Darüber hinaus ging das Budgetwachstum vor allem auf das Konto der Maschinenbauer, der Chemie- und Pharmaindustrie sowie des Energiesektors. Hohe Innovationsausgaben sind laut ZEW eine Voraussetzung dafür, später mit neuen Produkten und besseren Verfahren erfolgreich zu sein und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, sprach insgesamt von guten Nachrichten. "Anlass zur Sorge gibt jedoch, dass die kleinen und mittleren Unternehmen von dieser positiven Entwicklung abgehängt werden." Der Mittelstand bringe rund ein Viertel der jährlichen Innovationsausgaben auf, doch sein Innovationsmotor stottere: "Die Entwicklung von Marktneuheiten geht stetig zurück. Hier gilt es, gegenzusteuern", mahnte Zeuner.

Als Innovationsausgaben gelten alle Kosten für Forschung und Entwicklung (FuE) sowie zusätzlich Ausgaben für Maschinen, Geräte, Software, Weiterbildung, Marketing, Design und sonstige Aktivitäten bei der Entwicklung und Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen. "Die gesamten Innovationsausgaben sind rund doppelt so hoch wie die Ausgaben für FuE", erklärte das ZEW.

Von

rtr

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