Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.12.2013

14:51 Uhr

Renault-Joint-Venture genehmigt

China macht Franzosen ein Willkommensgeschenk

Renault darf in Zukunft Autos in China bauen: Peking stimmt einem Gemeinschaftsunternehmen mit Dongfeng zu, kurz bevor Premier Ayrault eintrifft. Dongfeng ist auch mit Renaults französischem Konkurrenten verbandelt.

Das Renault-Modell „Dezir“: Dongfeng und Renault wollen gemeinsam vor allem Geländelimousinen und Mehrzweckfahrzeuge bauen, sowie Hybrid- und Elektroautos. AFP

Das Renault-Modell „Dezir“: Dongfeng und Renault wollen gemeinsam vor allem Geländelimousinen und Mehrzweckfahrzeuge bauen, sowie Hybrid- und Elektroautos.

PekingAls letzter der zehn großen Autobauer kann auch der kriselnde französische Konzern Renault künftig Fahrzeuge in China bauen: Wenige Stunden vor Ankunft des französischen Premiers Jean-Marc Ayrault teilte die Entwicklungs- und Reformkommission in Peking am Donnerstag mit, dass sie ein Gemeinschaftsunternehmen von Renault und dem chinesischen Autobauer Dongfeng genehmigt habe.

In Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei wollen die beiden Firmen künftig 150.000 Autos pro Jahr produzieren – womöglich auch mehr, wie Dongfeng erklärte.

„Das ist das Willkommensgeschenk der chinesischen Regierung", sagte Industrieminister Arnaud Montebourg. Der Premier sagte, das Gemeinschaftsunternehmen eröffne einem französischer Autohersteller Perspektiven auf dem gigantischen chinesischen Markt, der dort bislang fast nicht existent sei.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Dongfeng - Ostwind - arbeitet bereits mit anderen westlichen Autoherstellern zusammen, etwa mit dem Renault-Wettbewerber PSA Peugeot Citroën, mit Honda und Nissan aus Japan oder dem schwedischen Lkw-Bauer Volvo. Renault hat es lange seinem Partner Nissan überlassen, Autos in China zu verkaufen. Nissan hat dort einen Marktanteil von 7,7 Prozent.

In dem Gemeinschaftsunternehmen mit Dongfeng will Renault vor allem Geländelimousinen - sogenannte Sport Utility Vehicles (SUV) - und Mehrzweckfahrzeuge bauen, sowie Hybrid- und Elektroautos, wie die Unternehmen mitteilten. China ist der größte Automarkt der Welt und für Europas Hersteller ein Absatzgebiet, das ihnen anders als der europäische Markt noch Wachstum ermöglicht.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hans

06.12.2013, 09:57 Uhr

Britische Taditionsmarke GM??
Sollte wohl eher MG heißen...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×