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25.04.2012

19:42 Uhr

Renault leidet

Franzosen kaufen weniger Autos

Ford hat bereits für sein Werk in Köln Kurzarbeit wegen schleppenden Absatzes in Europa beantragt. Und auch bei Renault läuft es wegen der konjunkturellen Flaute auf dem Kontinent und dem Heimatmarkt nicht rund.

Ein Renault-Konzeptfahrzeug auf der Automesse in Peking. dapd

Ein Renault-Konzeptfahrzeug auf der Automesse in Peking.

ParisDer schwache Automarkt in Europa hat dem französischen Autobauer Renault einen Umsatzeinbruch eingebrockt. Mit 9,5 Milliarden Euro setzte der Konzern nach eigenen Angaben vom Mittwoch im ersten Quartal 8,6 Prozent weniger um als vor Jahresfrist. Der Absatz in Europa brach um 20 Prozent ein, was prozentual zweistellige Zuwächse außerhalb Europas nicht wettmachen konnten.

Unter dem Strich verkaufte der Konzern mit rund 638.000 Fahrzeugen knapp acht Prozent weniger Autos als im ersten Quartal 2011. Damals hatten noch Kaufanreize die Verkäufe angetrieben. An seiner Cash-Flow-Prognose für 2012 hielt Renault gleichwohl fest. Insgesamt habe sich der Automarkt in Europa - und dabei vor allem in Frankreich - in den vergangenen drei Monaten schlechter entwickelt als erwartet, erklärte der zweitgrößte Autobauer Frankreichs nach Peugeot. Allerdings werde sich der Abschwung im zweiten Quartal nur noch abgebremst fortsetzen.

Insgesamt erwarte der Konzern im Gesamtjahr 2012 auf dem weltweiten Automarkt einen Zuwachs von vier Prozent. In Europa werde es aber einen Rückgang von drei bis vier Prozent und in Frankreich von sieben bis acht Prozent geben. Zuvor am Mittwoch hatte bereits der französische Rivale Peugeot über einen Umsatzrückgang in seiner Automobilsparte von 14 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro im ersten Quartal berichtet.

Peugeot und Renault leiden wie fast alle Massenhersteller darunter, dass in den von der Staatsschuldenkrise betroffenen Ländern Südeuropas kaum noch neue Autos verkauft werden. Ford hatte deswegen unlängst Kurzarbeit in seinem Kölner Werk beantragt. Unter den Autobauern ist ein ruinöser Preiskampf ausgebrochen, der die Gewinnmargen drückt. Wegen der sinkenden Verkaufszahlen sind zudem viele Werke nicht ausgelastet. Werkschließungen werden diskutiert. Nur Marktführer Volkswagen hatte seine Auslieferungen in Europa im ersten Quartal stabil gehalten. Der Wolfsburger Konzern baute seinen Marktanteil aus.

Von

rtr

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