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18.07.2013

16:55 Uhr

Rennstrecke

Nürburgring-Verkauf zieht sich bis 2014

Nach Erwartungen der Sanierer wird der Nürburgring erst im März 2014 seinen Besitzer wechseln können. Interesse zeigt der deutsche Autofahrer- und Motorsport-Club ADAC. Er will das Gelände für den Motorsport sichern.

Der hell erleuchtete Freizeitpark am Nürburgring. Noch ist unklar, ob der Ring als Ganzes verkauft wird oder ob Teile seperat abgegeben werden. dpa

Der hell erleuchtete Freizeitpark am Nürburgring. Noch ist unklar, ob der Ring als Ganzes verkauft wird oder ob Teile seperat abgegeben werden.

FrankfurtDer Nürburgring wird nach den Erwartungen seiner Sanierer erst im März 2014 in neue Hände kommen. Der Verkaufsprozess sei gut angelaufen und auf gute Resonanz von Investoren gestoßen, sagte der als Sachwalter der insolventen Rennstrecke in der Eifel eingesetzte Jens Lieser am Donnerstag, ohne Namen zu nennen. Bis Anfang September sind unverbindliche Gebote fällig, dann dürfen ausgewählte Bieter die Zahlen prüfen, dann sind verbindliche Angebote fällig. Die Verwalter erhoffen sich einen dreistelligen Millionenbetrag für das Gelände. Noch im alten Jahr sollen die Vertragsverhandlungen mit dem oder den Favoriten beginnen, die sich aber bis ins neue Jahr ziehen dürften, wie Lieser sagte.

Der größte deutsche Autofahrer- und Motorsport-Club ADAC hatte sich zu seinem Interesse bekannt. Er will das Gelände für den Motorsport sichern. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte dagegen abgewinkt. Lieser sagte, es gebe keine Hinweise, dass einer der Interessenten den traditionsreichen "Ring" als private Rennstrecke nutzen wolle. Neben den Motorsportlern - bis hin zur "Königsklasse" Formel 1 - nutzen auch Autohersteller das Gelände für Testfahrten, Freizeitsportler nutzen vor allem die Nordschleife. Das Land Rheinland-Pfalz hat ein Gesetz erlassen, das den Zugang zum Nürburgring für die Öffentlichkeit sichert.

Der Plan des Landes, das abgelegene Gelände für eine dreistellige Millionensumme zu einem Freizeitpark auszubauen, war nicht aufgegangen. Weil die EU-Kommission weitere Beihilfen verbot, ging der Nürburgring vor einem Jahr in die Insolvenz. Offen ließ Lieser, ob der Ring als Ganzes verkauft wird oder ob Teile wie die Hotels separat abgegeben werden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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dwz8

19.07.2013, 08:25 Uhr

Ich finde es erstaunlich, dass ein solcher Artikel nicht mit einem Wort auf den Widerstand gegen den Verkauf eingeht, der sich der Politik und den Insolvenzverwaltern entgegenstellt. Bewohner und Unternehmen der Region haben sich in einer IG zusammengefunden, die Veranstalter von Motorsport- und sonstigen Veranstaltungen am Ring ebenfalls. Insbesondere der Verein "Ja zum Nürburgring" unter dem Vorsitz von ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm setzt alles daran, um den meistbietenden Verkauf an einen beliebigen Investor zu verhindern.
Die Landespolitiker verschanzen sich hinter den Insolvenzverwaltern und werden nicht müde zu betonen, dass sie ja nur das Beste für die Region tun, z.B. mit einem völlig unbrauchbaren Nürburgring-Gesetz. Aber es geht nur darum, den Nürburgring in möglichst positivem Licht dastehen zu lassen, um den Preis hochzutreiben, zum Wohle auch der Insolvenzverwalter. Ihr Artikel trägt dazu bei.
Vielleicht lohnt ja auch mal die Betrachtung der anderen Seite der Medaille?

Bender_Rodriguez

19.07.2013, 12:16 Uhr

Ich kann es nicht mehr lesen... Es gibt keinen Freizeitpark am Nürburgring!!! Freizeitparks gibt es in Rust oder Brühl...

@ dwz8: Und du polierst dein Auto nicht, bevor du es verkaufst? ;-)
In der Region sind übrigens nicht alle Teil der IG, wie es dein Kommentar suggeriert. Die Grundidee der IG ist ja schön und gut, aber auf Kosten von Arbeitsplätzen. Es geht denen in erster Linie nur um die Erhaltung der Rennstrecken für eigene Zwecke (ADAC Rennveranstaltungen), der Rest kann den Bach runtergehen - inklusive der Arbeitsplätze. Na herzlichen Dank...

dwz8

21.07.2013, 12:53 Uhr

Mein Post suggeriert gar nichts, er weist nur darauf hin, dass sich verschiedene Organisationen und Interessensgemeinschaften vehement gegen den Verkauf aussprechen, und dass es dem Handelsblatt sicher gut zu Gesicht stünde, beide Seiten zu betrachten.
Gerne können wir aber auch in die Sachdiskussion einsteigen, da weise ich Ihren Vorwurf zurück. Es geht um die Region, zu deren Unterstützung der Ring gebaut wurde. Und denken Sie ernsthaft, dass die am Ring künstlich erhaltene Beschäftigungslage unter einem beliebigen Investor Bestand haben würde?

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